AfD gewinnt bei Deutschpolen und Spätaussiedlern – SPD bleibt bei Türken und Russen stark
Joseph HölzenbecherAfD gewinnt bei Deutschpolen und Spätaussiedlern – SPD bleibt bei Türken und Russen stark
Eine neue Studie offenbart verschobene politische Loyalitäten unter Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Die AfD hat in bestimmten Gruppen spürbar an Zustimmung gewonnen – insbesondere bei Deutschen polnischer Herkunft und Spätaussiedlern. Die SPD bleibt hingegen die erste Wahl für Menschen mit türkischen und russischen Wurzeln.
Die Untersuchung der Konrad-Adenauer-Stiftung zeigt deutliche Unterschiede in den Parteipräferenzen. Bei Deutschtürken liegt die SPD klar vorn, während die AfD mit nur 8 Prozent – gleichauf mit den Grünen – auf dem fünften Platz landet.
Anders sieht es bei Deutschpolen und Spätaussiedlern aus: Hier führt die AfD mittlerweile bei den Nachkommen polnischer Migranten, noch vor der Union (CDU/CSU). Auch unter Spätaussiedlern ist die AfD die beliebteste Partei, gefolgt von der Union. Bei Russlanddeutschen zeigt sich dagegen eine moderate AfD-Unterstützung – hier bleibt die SPD die bevorzugte Partei, vor der Union und der AfD.
Die Studie führt diese Unterschiede auf divergierende Einstellungen zur Migration zurück. Gruppen, die Zuwanderung kritischer gegenüberstehen, neigen eher zur AfD. Dieser Trend passt zu den jüngsten Wahlerfolgen der Partei, darunter zweite Plätze in mehreren Ruhrgebietsstädten und ein erster Platz in Hagen bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen.
Die Ergebnisse bestätigen die wachsende Anziehungskraft der AfD in bestimmten Migrationsgruppen. Zwar bleibt die SPD bei Deutschtürken und Russlanddeutschen dominierend, doch der Aufstieg der AfD unter Deutschpolen und Spätaussiedlern markiert eine Verschiebung der politischen Bindungen. Diese Entwicklungen spiegeln die aktuellen Debatten über Migration wider, die die Wahllandschaft in Deutschland prägen.
