Albaniens umstrittene Inselprojekte: Flamingos, MEK und Milliardeninvestitionen im Konflikt
Meinolf BarkholzAlbaniens umstrittene Inselprojekte: Flamingos, MEK und Milliardeninvestitionen im Konflikt
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht derzeit weltweit im Fokus. Demonstranten, die auf einer geschützten Insel mit rosa Flamingo-Ausschnitten aus Pappe protestierten, sorgten für Schlagzeilen. Die Kundgebungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung wegen umstrittener Umwelt- und Politikentscheidungen unter Druck gerät.
Tausende Mitglieder der Muǧahedin-e Chalq (MEK), einer iranischen Oppositionsgruppe, haben sich nach dem Verlassen ihres Stützpunkts im Irak in Albanien niedergelassen. Ministerpräsident Edi Rama unterstützt die MEK offen und nutzt ihre Präsenz, um den Iran zu kritisieren. Er wirft Teheran vor, die Proteste zu schüren.
Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, plant auf der Insel ein Milliardenprojekt mit Luxusresorts. Sein Unternehmen erhielt von Ramas Regierung den Status eines „strategischen Investors“ – verbunden mit der Aufhebung von Umweltprüfungen. Das Vjosa-Narta-Delta, Heimat seltener Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten, wurde erst im vergangenen Jahr zu Europas erstem „Wild River Nationalpark“ erklärt. Kushner hatte zuvor die Abraham-Abkommen vorangetrieben, die die Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten normalisierten.
Albanien verfolgt damit Israels „Peripherie-Strategie“, die darauf abzielt, durch Bündnisse mit nichtarabischen Staaten diplomatische Isolation zu überwinden. Die EU zeigt sich besorgt über Korruption und schwache Rechtsstaatlichkeit im Land, das 2014 den Kandidatenstatus für einen EU-Beitritt erhielt.
Die Proteste spiegeln die Spannungen zwischen Entwicklungsprojekten und politischer Ausrichtung wider. Internationale Beobachter verfolgen gespannt, wie sich Umweltinteressen und geopolitische Strategien in Albanien gegenüberstehen. Die Regierungsentscheidungen zur Insel sowie ihre Haltung zur MEK bleiben umstritten.
