Bergisch Gladbach kämpft um Betreuungsplätze für Grundschulkinder
Joseph HölzenbecherBergisch Gladbach kämpft um Betreuungsplätze für Grundschulkinder
Bergisch Gladbach steht vor einem Mangel an Betreuungsplätzen für Grundschulkinder
Ab dem nächsten Jahr haben in Deutschland alle Erstklässler einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung – doch die Stadt Bergisch Gladbach kann diese Nachfrage nicht decken. Viele Familien müssen sich nach alternativen Lösungen für die Betreuung ihrer Kinder umsehen.
Ab dem Schuljahr 2026/27 wird jedes Grundschulkind in Deutschland Anspruch auf eine ganztägige Betreuung haben, beginnend mit den Erstklässlern. Doch Bergisch Gladbach kämpft bereits jetzt mit einem Mangel an Plätzen. Aktuell sind 185 Kinder für die Nachmittagsbetreuung angemeldet, doch für das kommende Jahr gibt es für sie keinen Platz.
An der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Moitzfeld stehen nur 140 Plätze für 240 Schüler zur Verfügung – das entspricht einer Abdeckungsrate von 58 Prozent. Dreizehn Erstklässler, die einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung haben, bleiben ohne Platz. Ähnlich ist die Situation an der GGS Heidkamp, wo 200 Plätze für fast 300 Kinder angeboten werden.
Die Stadt bietet derzeit an vier Grundschulen eine Randzeitenbetreuung an, die jedoch nicht die gesetzliche Anforderung von acht Stunden pro Tag erfüllt. Um die Lücke zu schließen, plant Bergisch Gladbach, an der GGS Heidkamp eine verlängerte Betreuung einzuführen, die bis zu zehn zusätzliche Plätze von 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr schafft. Eine größere Erweiterung der Einrichtungen in Moitzfeld soll 2027 beginnen.
Ohne ausreichende Nachmittagsbetreuung müssen 185 Familien in Bergisch Gladbach für ihre Erstklässler ab 11:30 Uhr alternative Betreuungsmöglichkeiten organisieren. Die Stadt räumt ein, dass 32 Plätze für Kinder fehlen, die einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung haben. Erweiterungen sind geplant, doch kurzfristige Lösungen bleiben begrenzt.
