Bergische Uni plant Schließung des Architekturstudiums bis 2034
Architekturstudiengang der Bergischen Universität könnte im nächsten Jahrzehnt geschlossen werden
Die Bergische Universität erwägt, ihr Architekturprogramm in den kommenden zehn Jahren einzustellen. Die Hochschulleitung bestätigte den Plan am Donnerstag und begründete ihn mit finanziellen Zwängen und der Notwendigkeit einer Neuausrichtung. Die Entscheidung löst Sorgen über die Auswirkungen auf Studierende und das gesamte Fachgebiet aus.
Der Studiengang, der derzeit rund 500 Studierende zählt, ist einer von nur elf in Deutschland. International bekannt wurde er durch die Ausrichtung des Solar Decathlon 2021/22, eines Wettbewerbs für nachhaltiges Bauen. Trotz dieses Erfolgs will die Universität nun ihre Schwerpunkte verlagern.
Die Hochschulleitung hat die Fakultät aufgefordert, ein neues Konzept mit Fokus auf Nachhaltigkeit zu erarbeiten. Man betonte, dass Kürzungen nicht pauschal – nach dem sogenannten „Rasenmäherprinzip“ – erfolgen, sondern sich an strategischen Prioritäten orientieren sollen. Alle derzeit eingeschriebenen Studierenden dürfen ihr Studium abschließen; verlängerte Übergangsregelungen sind vorgesehen.
Die mögliche Schließung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach Architekt:innen ungebrochen hoch ist. Seit dem 1. September wurden auf dem Online-Stellenportal der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen 125 Stellenausschreibungen für Architekt:innen veröffentlicht. Kammerpräsident Ernst Uhing nannte das mögliche Ende des Studiengangs einen „dramatischen Verlust“, besonders angesichts der aktuellen Herausforderungen im Berufsfeld.
Finanzielle Engpässe sind ein zentraler Grund für die Entscheidung. Ab 2026 muss die Universität mit jährlichen Kürzungen von 5,7 Millionen Euro rechnen, was harte Priorisierungen bei der Mittelverteilung erfordert.
Nun wird die Universität den von der Fakultät vorgeschlagenen Umstrukturierungsplan prüfen. Wird dieser genehmigt, könnte der Architekturstudiengang schrittweise über etwa zehn Jahre ausgelaufen werden. Der Schritt würde eine deutliche Zäsur für die Hochschule und die architektonische Ausbildungslandschaft der Region bedeuten.
