12 March 2026, 08:30

Berlin feiert Fotografie: Josefsohns 90er-Jahre und ein Kollektiv der Unvollkommenheit

Ein Gestell mit verschiedenen Büchern und Postern mit der Aufschrift "Ich liebe Berlin" vor einem unscharfen, träumerischen Hintergrund.

Berlin feiert Fotografie: Josefsohns 90er-Jahre und ein Kollektiv der Unvollkommenheit

Zwei Fotoausstellungen in Berlin lenken derzeit den Blick auf das Werk von Daniel Josefsohn und ein Kollektiv aus 38 Künstler:innen. Die Galerie Crone zeigt mit Unseen eine posthum zusammengestellte Präsentation von Josefsohns Aufnahmen aus den 1990er-Jahren, während ep.contemporary Show Your Darling V vorstellt – eine Gruppenausstellung unter der Kuratierung von Sabine Wild. Beide Veranstaltungen beleuchten unterschiedliche Herangehensweisen, um Momente des Lebens, der Freude und der Unvollkommenheit einzufangen.

Die Ausstellung Unseen von Daniel Josefsohn ist noch bis zum 18. November 2023 in der Galerie Crone zu sehen. Die Schau präsentiert 81 Fotografien, die vom Kurator Ingo Taubhorn ausgewählt wurden. Die Bilder spiegeln Josefsohns Fähigkeit wider, die sorglose Energie und Naivität seiner Protagonist:innen in der euphorischen Zeit nach dem Mauerfall Mitte der 1990er-Jahre festzuhalten.

1961 als Sohn jüdischer Eltern geboren, wurde Josefsohn vor allem für seine Selbstporträts bekannt, die eine ungebändigte Lebensfreude ausstrahlten. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er für Magazine wie Tempo, Jetzt, SZ-Magazin und Zeit Magazin. Der Leitspruch der Ausstellung, "Alle Fehler korrigiert!", deutet auf einen Fokus auf rohe, ungefilterte Augenblicke aus seinem Archiv hin.

Unterdessen vereint Show Your Darling V in der Galerie ep.contemporary 38 Fotograf:innen, die jeweils ein Werk als Reaktion auf eine Einladung der Künstlerin Sabine Wild beisteuern. Die bis zum 18. Oktober 2023 laufende Ausstellung umfasst unter anderem Norbert Holicks Aufnahme eines defekten Rücklichts eines Mini, das mit durchsichtigem Klebeband notdürftig repariert wurde. Das Bild sticht als verspieltes und zugleich berührendes Sinnbild für Unvollkommenheit hervor.

Josefsohns Unseen gewährt einen Einblick in den lebendigen, jugendlichen Zeitgeist der 1990er-Jahre durch seinen fotografischen Blick. Die Gruppenausstellung in der ep.contemporary hingegen präsentiert unter einem gemeinsamen Thema eine vielfältige Palette an Perspektiven. Beide Ausstellungen bieten auf ihre Weise faszinierende Zugänge zur Fotografie – sei es durch persönliche Archive oder kollektive Antworten.

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