Bochums Autobahnkirche Ruhr steht für 780.000 Euro zum Verkauf – doch wer rettet das Denkmal?
Joseph HölzenbecherBochums Autobahnkirche Ruhr steht für 780.000 Euro zum Verkauf – doch wer rettet das Denkmal?
Historische Kirche in Bochums Stadtteil Hamme steht zum Verkauf
Die Epiphanias-Kirche in Bochums Stadtteil Hamme – besser bekannt als Autobahnkirche Ruhr – ist nach der Fusion ihrer Gemeinde mit einer Nachbargemeinde nun zum Verkauf angeboten. Über ein Jahrzehnt lang diente sie Reisenden auf der A40 als Ort der Rast und Besinnung. Doch die steigenden Instandhaltungskosten zwingen die Gemeinde, das Anwesen für 780.000 Euro auf den Markt zu bringen.
Offiziell zur Autobahnkirche ernannt wurde die Epiphanias-Kirche im Jahr 2010 und ist seitdem Teil der Route der Industriekultur. Ihr markanter, dunkler Backsteinturm, an dem ein Banner mit der Aufschrift „Rast und Besinnung für Reisende auf der A40“ prangt, empfängt Besucher täglich. Im Inneren beeindruckt das Gebäude mit einer Orgel, historischen Gussstahlglocken aus den 1930er-Jahren und einem dreistöckigen Gemeinschaftszentrum, dessen Etagen jeweils fast 140 Quadratmeter umfassen.
Regelmäßige Gottesdienste finden weiterhin statt, darunter eine jährliche Gedenkveranstaltung für Verkehrsopfer und besondere Andachten für Motorradfahrer. Da die Epiphanias-Gemeinde jedoch mit einer benachbarten Pfarrgemeinde verschmolzen ist, unterhält sie nun zwei Kirchen. Die zusätzliche finanzielle Belastung macht die Erhaltung auf Dauer unmöglich.
Das Anwesen wird für genau 780.000 Euro angeboten – ohne Maklerprovision und Notarkosten. Da die Kirche unter Denkmalschutz steht, ist ein Abriss ausgeschlossen. Der zuständige Immobilienmakler schlägt vor, die Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Aufführungen zu nutzen. Pfarrer Benjamin Lippa und die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche Bochum bestätigten die Verkaufsmodalitäten.
Trotz des Verkaufs bleibt die Kirche weiterhin täglich für Reisende geöffnet, die Stille und Einkehr suchen. Ihre Zukunft hängt nun von einem Käufer ab, der bereit ist, das Erbe des Ortes zu bewahren und gleichzeitig neue Nutzungsmöglichkeiten zu erschließen. Die Entscheidung der Gemeinde spiegelt die wachsenden Herausforderungen wider, vor denen historische Sakralbauten in sich wandelnden Gemeinden stehen.






