Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild startet in Oberbilk
Meinolf BarkholzDüsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild startet in Oberbilk
Düsseldorf treibt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk voran – nach Zürcher Vorbild
Die Stadt Düsseldorf setzt ihre Pläne für ein neues Drogenkonsumraum-Projekt in Oberbilk um, das sich am umstrittenen, aber etablierten Zürcher Modell orientiert. Die Koalitionsregierung hat im diesjährigen Haushalt 3,3 Millionen Euro für das Vorhaben bereitgestellt, mit dem Ziel, den öffentlichen Drogenkonsum in der Nähe des Hauptbahnhofs zu verringern. Doch der Widerstand in der Nachbarschaft bleibt groß: Anwohner und Schulen kritisieren sowohl den Standort als auch die Rechtmäßigkeit des Konzepts.
Das geplante Zentrum lehnt sich an das Zürcher Modell an, bei dem der kontrollierte Drogenkonsum in speziellen Einrichtungen erlaubt ist, um Nutzer aus dem öffentlichen Raum zu holen. In Zürich bieten drei Kontaktstellen und ein Drogeninformationszentrum (DIZ) Beratung, Substanzanalysen und aufsuchende Sozialarbeit an, während die Polizei den begrenzten Handel in den Räumlichkeiten duldet, außerhalb jedoch strenge Regeln durchsetzt. Die Düsseldorfer Variante soll noch in diesem Sommer mit einem modularen System starten und Beratungsangebote, medizinische Versorgung sowie psychiatrische Unterstützung bieten.
Doch die Ablehnung in der Bevölkerung ist massiv: Die Bürgerinitiative Eisenstraße und über 2.200 Unterzeichner einer Petition argumentieren, dass der geplante Konsumraum gegen geltendes Recht verstoße. Besonders kritisiert wird die Wahl des Standorts in einem Wohngebiet – in unmittelbarer Nähe zu Schulen und Kitas –, die Anwohner als "inakzeptabel" bezeichnen.
Die Stadtverwaltung betont hingegen, dass das Zentrum die Sicherheit erhöhe, indem es den Drogenkonsum in einen kontrollierten Rahmen verlagere. Um Bedenken auszuräumen, sollen bei einer Bürgerversammlung an diesem Donnerstag Sozialarbeiter und Streetwork-Teams über die Vorteile des Modells informieren und Fragen der Anwohner beantworten.
Das mit 3,3 Millionen Euro finanzierte Projekt soll Zürichs Ansatz kopieren – ob es in Düsseldorf ähnlich erfolgreich sein wird, bleibt jedoch abzuwarten. Die Stadt beharrt darauf, dass der Konsumraum den öffentlichen Drogenkonsum reduzieren und gefährdeten Personen bessere Hilfsangebote bieten werde. Gleichzeitig formiert sich weiter Widerstand: Gegner verweisen auf rechtliche Bedenken und Sorgen um die Sicherheit im Viertel.