16 March 2026, 00:27

Elektrische Lkw mit Reichweitenverlängerer senken Betriebskosten um bis zu 33 Prozent

Eine Liniengrafik zeigt den Anstieg der Verkaufszahlen von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen in Australien, begleitet von begleitendem Text, der die Daten erläutert.

Elektrische Lkw mit Reichweitenverlängerer senken Betriebskosten um bis zu 33 Prozent

Eine neue Analyse des Ingenieursdienstleisters FEV deutet darauf hin, dass elektrische Lkw mit Reichweitenverlängerer (REEV) die Betriebskosten im Vergleich zu Dieselmodellen um bis zu ein Drittel senken könnten. Die Studie hebt erhebliche Einsparpotenziale hervor – insbesondere im Fernverkehr, wo die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) selbst unter den ungünstigsten Bedingungen um etwa 14 Prozent sinken könnten. Diese Erkenntnisse könnten die Art und Weise verändern, wie Speditionen die Elektrifizierung ihrer Flotten angehen.

REEV-Lkw kombinieren eine kleinere Batterie mit einer zusätzlichen Energiequelle zur Reichweitenerhöhung, wodurch der Bedarf an großen Akkupacks reduziert wird. Während ein rein elektrischer Fernverkehrs-Lkw in der Regel eine Kapazität von etwa 560 Kilowattstunden benötigt, kommt ein REEV-Modell mit rund 280 kWh aus. Die kleinere Batterie verringert das Fahrzeuggewicht, erhöht die Nutzlast und senkt die Anschaffungskosten.

Die Studie geht von realistischen europäischen Fahrprofilen aus, einschließlich des nächtlichen Ladens an Depots. Bei einem Industrie-Strompreis von etwa 19 Cent pro Kilowattstunde ermöglicht das langsame Wechselstromladen mit 22 kW den REEV-Lkw, über Nacht ausreichend Energie für einen fast vollständigen elektrischen Betrieb am nächsten Tag zu speichern. Dadurch entfällt die Notwendigkeit teurer Megawatt-Ladestationen, was die Technologie ohne große Infrastrukturänderungen leichter einsetzbar macht.

Anders als rein elektrische Lkw, die stark auf öffentliche Schnellladestationen angewiesen sind, lassen sich REEV-Modelle problemlos in bestehende Depotstrukturen integrieren. Die Möglichkeit, über Nacht mit geringerer Leistung zu laden, verringert die Abhängigkeit von Hochleistungs-Ladehubs und vereinfacht so die Logistik für Fuhrparkbetreiber. Die Analyse stellt jedoch fest, dass trotz der potenziellen Vorteile keine Marktstudien existieren, die erfassen, wie viele europäische Unternehmen solche Reichweitenverlängerer-Systeme bereits getestet oder eingeführt haben.

Die Kosteneinsparungen ergeben sich aus mehreren Faktoren: geringere Energiekosten durch einen hohen elektrischen Fahranteil, kleinere Batteriegrößen und günstigeres Nachtladen. Selbst in den ungünstigsten Fernverkehrsszenarien prognostiziert die Studie eine TCO-Reduktion von 14 Prozent, während bei optimierten Einsatzprofilen die Einsparungen gegenüber herkömmlichen Diesel-Lkw auf bis zu 33 Prozent steigen könnten.

Der FEV-Bericht präsentiert REEV-Lkw als eine kostengünstige Alternative für den Fernverkehr, die niedrigere Betriebskosten und eine einfachere Infrastrukturintegration bietet. Durch die Halbierung der Batteriegröße und das nächtliche Laden in Depots könnten diese Fahrzeuge finanzielle und logistische Hürden der Elektrifizierung verringern. Allerdings bleibt unklar, wie viele europäische Fuhrparks die Technologie bereits einsetzen – und wie schnell sie sich durchsetzen wird.

AKTUALISIERUNG

FEV treibt REEV-Lkw-Technologie mit realen Demonstratoren voran

FEV geht über theoretische Analysen hinaus und entwickelt realweltliche Demonstrator-Fahrzeuge für seine Reichweitenverlängerer-Lkw. Das Unternehmen möchte seine Ergebnisse validieren und sie mit Kunden und Partnern zu marktreifen Lösungen überführen. 'Reichweitenverlängerer-basierte Hybrid-BEV-Lkw bieten eine sofort verfügbare, hochwirtschaftlich attraktive Lösung für die Elektrifizierung des Langstreckenverkehrs', sagt Alt und betont ihre Kosten- und Infrastrukturvorteile.