Ex-Berater von Merkel und Ex-Botschafter rufen US-Wähler zur Unterstützung der Demokraten auf
Joseph HölzenbecherEx-Berater von Merkel und Ex-Botschafter rufen US-Wähler zur Unterstützung der Demokraten auf
Zwei einflussreiche Persönlichkeiten der transatlantischen Beziehungen haben US-Wähler aufgerufen, bei den Midterm-Wahlen 2022 die Demokraten zu unterstützen. Christoph Heusgen, ehemaliger außenpolitischer Berater von Angela Merkel, und Philip Murphy, früherer US-Botschafter in Deutschland, argumentieren, dass eine demokratische Mehrheit im Kongress der Außenpolitik von Präsident Donald Trump entgegenwirken könnte. Ihr Appell erfolgt vor dem Hintergrund von Warnungen vor den Folgen von Trumps Politik für globale Bündnisse und demokratische Institutionen.
Heusgen und Murphy kritisieren, dass Trump Europa eher als Gegner denn als Partner behandle. Seine Politik habe das Vertrauen in das Engagement der USA für die NATO und die internationale Zusammenarbeit erschüttert, so die beiden. Zudem werfen sie dem Präsidenten vor, durch Druck auf Richter und die Entlassung erfahrener Beamter die Gewaltenteilung auszuhebeln.
Doch ihre Vorschläge gehen über bloße Kritik hinaus. Ein zentraler Punkt ist die Reform des UN-Sicherheitsrats im Rahmen einer gemeinsamen Initiative Deutschlands und der USA. Beide Länder würden davon profitieren, die Rechtsstaatlichkeit zu stärken, statt auf einseitige Maßnahmen zu setzen, betonen sie.
Die Autoren zeigen sich zuversichtlich, dass die Demokraten bei den anstehenden Midterm-Wahlen siegen werden. Sie gehen davon aus, dass die Partei das Repräsentantenhaus zurückerobern und möglicherweise sogar die Mehrheit im Senat gewinnen könnte – was die Machtverhältnisse in Washington verschieben würde.
Der Aufruf unterstreicht die Sorgen über Trumps Außenpolitik und deren Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen. Heusgen und Murphy verknüpfen einen demokratischen Erfolg 2022 mit den Bemühungen, die multilaterale Zusammenarbeit wiederherzustellen. Zu ihrer Strategie gehören auch konkrete Reformen, um internationale Institutionen wie die UN zu stärken.






