IW fordert engere EU-Handelsbeziehungen mit Golfstaaten trotz Nahost-Konflikte
Joseph HölzenbecherIW fordert engere EU-Handelsbeziehungen mit Golfstaaten trotz Nahost-Konflikte
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) drängt die EU zu engeren Handelsbeziehungen mit den Golfstaaten – trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Eine neue Studie unterstreicht die wachsenden Chancen für europäische Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Energie und Industrie.
Laut dem IW-Bericht hat sich das Handelsgefüge in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich verschoben. Noch 2004 stammten 26 Prozent aller Importe der Golfstaaten aus der EU, doch bis 2024 sank dieser Anteil auf nur noch 18 Prozent. Gleichzeitig bauen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Handelsbeziehungen gezielt über die traditionellen Lieferanten hinaus aus.
Deutschlands jüngste Exporte in die Region konzentrieren sich auf Autos, Pharmazeutika und Maschinen. Die Studie verweist zudem auf künftige Nachfrage nach Reparaturen an der Energieinfrastruktur in den Golfstaaten – eine Chance für deutsche Maschinen- und Anlagenbauer.
Ein mögliches Handelsabkommen könnte der EU zusätzlich nutzen, indem es den Bezug von kohlenstoffarmem Stahl und günstigerem Wasserstoff aus der Golfregion sichert. Das IW argumentiert, dass eine solche Vereinbarung die wirtschaftliche Zusammenarbeit stärken würde, trotz der anhaltenden regionalen Konflikte.
Der vorgeschlagene Handelsvertrag könnte der EU den Zugang zu wichtigen Industriegütern erleichtern und deutschen Unternehmen bessere Marktchancen in den Golfstaaten eröffnen. Angesichts der bevorstehenden Modernisierung der Energieinfrastruktur zeigt der Bericht auf, dass engere wirtschaftliche Bindungen beiden Seiten greifbare Vorteile bringen würden.






