18 April 2026, 18:32

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Namensänderung

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, Nr. 2 Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Namensänderung

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive Markenrechtspolitik des Modekonzerns. Der Schritt folgt auf eine Reihe juristischer Auseinandersetzungen, in denen das Unternehmen kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen verklagte, die das Wort "BOSS" nutzten.

Der Modegigant Hugo Boss wurde 1924 gegründet und betreibt heute über 439 Filialen weltweit. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte das Unternehmen SS-Uniformen für die Nazis – unter Zwangsarbeit. Der Firmengründer Hugo Boss war langjähriges NSDAP-Mitglied und Unterstützer Adolf Hitlers. 2011 entschuldigte sich das Unternehmen für das "Leid und die Entbehrungen", die durch seine Kriegsproduktion verursacht wurden.

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In den letzten Jahren verschickte Hugo Boss zahlreiche Abmahnungen an kleine Organisationen. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab rund 10.000 Pfund für Anwaltskosten aus, nachdem sie eine solche Abmahnung erhalten hatte. Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit Klagen konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Lycett betonte, dass er trotz Namensänderung nicht mit dem Hugo Boss identisch sei, der einst Nazi-Uniformen herstellte. In seiner TV-Show "Got Your Back" kündigte er an, unter dem neuen Namen ein Produkt auf den Markt zu bringen.

Die Namensänderung lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Konflikte zwischen dem Modekonzern und kleineren Akteuren um die Durchsetzung von Markenrechten. Lycetts Protest rückt nicht nur die juristischen Schritte von Hugo Boss in den Fokus, sondern verweist auch auf die dunkle Vergangenheit des Unternehmens. Wie es für den Komiker weitergeht, wird in seiner nächsten Fernsehsendung zu sehen sein.

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