Jubiläumswettbewerb für Operette und Musical bricht Teilnehmerrekord
Joseph HölzenbecherJubiläumswettbewerb für Operette und Musical bricht Teilnehmerrekord
10. Internationaler Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaldarsteller feiert Jubiläumsausgabe mit Rekordbeteiligung
Die zehnte Ausgabe des Internationalen Wettbewerbs für junge Operetten- und Musicaldarsteller ist mit einer Rekordzahl an Bewerbungen zu Ende gegangen. Über hundert Anmeldungen trafen aus ganz Russland, Belarus und Usbekistan ein. Zum ersten Mal seit Jahren überstieg die Zahl der Operetten-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer jene der Musicaldarsteller – ein Zeichen für eine Verschiebung des gewohnten Kräfteverhältnisses bei diesem Event.
In diesem Jahr beworben sich insgesamt 106 Künstlerinnen und Künstler, davon 56 in der Sparte Operette und 50 im Bereich Musical. Damit kehrte sich der langjährige Trend um, bei dem Musicals dominiert hatten. Die Teilnehmenden kamen aus Metropolen wie Moskau, Sankt Petersburg, Minsk und Taschkent und spiegelten so die wachsende Strahlkraft des Wettbewerbs wider.
Die Jury, zu der auch das langjährige Mitglied Maxim Isaakowitsch gehört, hob die Unberechenbarkeit der Auftritte hervor. Nur eine Handvoll Bewerber stach wirklich heraus und erforderte besondere Aufmerksamkeit der Preisrichter. Isaakowitsch lobte zudem kreative Neuerungen in der Operette – etwa Heldinnen mit Gewehren oder in Cowboy-Kostümen –, sofern sie das Publikum fesselten und die Originalität der Darsteller unterstrichen.
Sein Jurymitglied Georgi Isaakjan bezeichnete einige Darbietungen als "wahre Offenbarungen", betonte jedoch die Notwendigkeit, die Operette als klassisches Genre weiterzuentwickeln. Gleichzeitig äußerte er Besorgnis über den Rückgang an hochqualifizierten Operettendarstellern, trotz der steigenden Beteiligung von Studierenden aus Musikhochschulen – selbst von solchen, die traditionell auf Oper spezialisiert sind.
Der Wettbewerb vergab in diesem Jahr eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Preisen, darunter Sonderauszeichnungen von Partnerorganisationen sowie nach legendären Persönlichkeiten benannte Ehrungen. Ein Grand Prix wurde jedoch nicht verliehen – eine seltene, aber nicht beispiellose Entscheidung, da die höchste Auszeichnung in der Geschichte des Wettbewerbs erst einmal vergeben wurde.
Die Jubiläumsausgabe markierte einen Wendepunkt: Die Operette rückte wieder stärker in den Fokus als das Musical. Zwar meldeten sich vermehrt Studierende mit klassischer Ausbildung an, doch bleiben Bedenken hinsichtlich des künftigen Nachwuchses im Genre bestehen. Die erweiterte Preisliste und die vielfältigen Darbietungen unterstrichen die wachsende Rolle des Wettbewerbs bei der Förderung junger Künstlerkarrieren.






