Jugendkriminalität in NRW explodiert: Gewalt und Respektlosigkeit nehmen dramatisch zu
Serpil MendeJugendkriminalität in NRW explodiert: Gewalt und Respektlosigkeit nehmen dramatisch zu
Eine neue Studie offenbart einen drastischen Anstieg der Jugendkriminalität in Nordrhein-Westfalen. Forscher stellten eine Zunahme von Gewalt, Hass und Respektlosigkeit unter Schülerinnen und Schülern fest – besonders bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Die Ergebnisse lösten bei Politikern und Pädagogen gleichermaßen dringende Forderungen nach Gegenmaßnahmen aus.
Für die Untersuchung wurden über 3.800 Siebt- und Neuntklässler an 27 Schulen befragt. Dabei zeigte sich ein besorgniserregender Anstieg kriminellen Verhaltens: Allein in den untersuchten Städten stiegen Straftaten von Mädchen unter 14 Jahren seit 2013 um fast 150 Prozent. Auch Angriffe auf Lehrkräfte, Polizisten und Rettungskräfte häufen sich.
Bereits Elfjährige zählen mittlerweile vermehrt zu den Tatverdächtigen. Die Zahl der registrierten Straftaten unter ausländischen Schülerinnen und Schülern zwischen 11 und 13 Jahren stieg zwischen 2013 und 2024 deutlich an. Viele Schulen berichten von Schwierigkeiten, grundlegende Regeln durchzusetzen, da Verstöße zunehmend folgenlos bleiben.
Professor Clemens Kroneberg, einer der Autoren der Studie, führt die Entwicklung auf zwei zentrale Faktoren zurück: die langfristigen Folgen der Pandemie und den weitreichenden Einfluss sozialer Medien. Innenminister Herbert Reul forderte daraufhin eine breite Debatte über eine Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters.
Die Studie verdeutlicht einen alarmierenden Wandel im Verhalten Jugendlicher, bei dem immer mehr Kinder in schwere Straftaten verwickelt sind. Schulen und Behörden stehen nun vor der Herausforderung, sowohl die akuten Sicherheitsprobleme als auch die tieferliegenden sozialen Ursachen für den Anstieg der Kriminalität zu bewältigen.






