KI-Beauftragte sollen deutsche Schulen revolutionieren – doch es gibt Haken
Meinolf BarkholzKI-Beauftragte sollen deutsche Schulen revolutionieren – doch es gibt Haken
Neuer Vorschlag: KI-Expertise für deutsche Schulen durch feste Ansprechpartner
Ein neuer Vorschlag zielt darauf ab, KI-Kompetenz an deutschen Schulen durch spezialisierte Vertreter zu etablieren. Diese Fachkräfte sollen Lehrpersonal schulen, Schüler:innen und Eltern beraten sowie die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Unterricht vorantreiben. Der Plan entsteht vor dem Hintergrund wachsender Kritik an veralteten Bildungssystemen und dem dringenden Bedarf nach besserer Vorbereitung von Lehrkräften auf moderne Technologien.
Laut Vorschlag soll jede Schule eine:n KI-Beauftragte:n erhalten, die oder der Grundlagen, Risiken und Datenschutzaspekte von KI vermittelt. Zu den Aufgaben gehören die Konzeption schulinterner Fortbildungen, die Planung fächerübergreifender Unterrichtseinheiten sowie die Erprobung neuer Prüfungsformate. Zudem sollen Informationsveranstaltungen für Eltern und Schüler:innen organisiert werden.
Das Ministerium möchte, dass Lehrkräfte KI für den Unterricht nutzen können – allerdings nicht während der regulären Arbeitszeit. Statt formeller Selbstlernkurse setzt der Entwurf darauf, dass sich Lehrkräfte über Websites oder durch Ausprobieren weiterbilden. Selbst der diskrete Einsatz von KI-Tools – etwa durch das Ausdrucken von Materialien unter Umgehung offizieller Kanäle – wird in Betracht gezogen, um Datenschutzbestimmungen und Kosten zu umgehen.
Würde der Staat ein eigenes KI-Tool bereitstellen, läge die Verantwortung für Datenschutz und Finanzierung bei ihm – und nicht bei den Lehrkräften. Allerdings räumt der Vorschlag ein, dass eine Einstellung der Beauftragten als Beamte nicht umsetzbar ist. Der Bundeselternrat hat unabhängig davon dringende Reformen gefordert, um veraltete Schulstrukturen zu modernisieren.
Unterdessen sind die Ausbildungsquoten in der frühkindlichen Betreuung gesunken, mit Bayern als Schlusslicht unter den Bundesländern. Referendar:innen kritisieren zudem, dass ihre Ausbildung zu theorielastig sei und sie schlecht auf den Schulalltag vorbereite.
Die KI-Vertreter:innen sollen somit zentrale Rollen in Schulen übernehmen – von der Fortbildung des Personals bis zur Beratung von Familien. Lehrkräfte könnten auf informelle Lernwege oder inoffizielle KI-Nutzung ausweichen, um bürokratische Hürden zu vermeiden. Der Vorschlag macht zugleich auf grundlegende Probleme im Bildungssystem aufmerksam, darunter rückläufige Ausbildungszahlen und den Ruf nach strukturellen Reformen.
