Lehrerin unter Betrugsverdacht: 16 Jahre Krankschreibung trotz Alternativmedizin-Praxis
Meinolf BarkholzLehrerin unter Betrugsverdacht: 16 Jahre Krankschreibung trotz Alternativmedizin-Praxis
Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel in Nordrhein-Westfalen steht unter Ermittlung, nachdem sie mutmaßlich einen 16-jährigen Krankschreibungsbetrug begangen haben soll. Die Behörden verdächtigen die 58-Jährige des gewerbsmäßigen Betrugs, da sie angeblich trotz vollem Gehaltsbezug aus Staatsmitteln in der Alternativmedizin tätig blieb. Die Staatsanwaltschaft hat nun ein formelles Ermittlungsverfahren gegen sie eingeleitet.
Die Lehrerin hatte zuletzt 2009 regelmäßig unterrichtet, bevor sie ärztliche Atteste wegen einer psychischen Erkrankung vorlegte. Trotz ihrer langjährigen Abwesenheit wurde vonseiten des Landes niemals eine amtliche medizinische Untersuchung angefordert. Stattdessen soll sie während dieser Zeit eine Praxis für Alternativmedizin betrieben haben.
Ermittler durchsuchten kürzlich ihr Haus in Duisburg und beschlagnahmten Dokumente sowie digitale Geräte als Beweismaterial. Die strafrechtlichen Vorwürfe konzentrieren sich auf die Jahre 2021 bis 2025, da frühere Vorfälle möglicherweise bereits verjährt sind. Zudem prüfen die Behörden, ob eine Mitarbeiterin der Bezirksregierung Düsseldorf, die für ihren Fall zuständig war, ihre Amtspflichten vernachlässigt hat.
Als Reaktion darauf hat Nordrhein-Westfalen angekündigt, die Kontrollen bei langfristigen oder wiederholten Krankschreibungen zu verschärfen. Der Schritt folgt auf Bedenken wegen möglicher Missbrauchsfälle, wobei es jedoch keine offiziellen Aufzeichnungen über ähnliche Vorfälle bei Lehrkräften seit 2010 gibt.
Die Lehrerin bleibt wegen Betrugs und Pflichtverletzung unter Ermittlung. Bei einer Verurteilung drohen ihr Strafen wegen Vortäuschung einer Krankheit bei gleichzeitigem Bezug öffentlicher Gelder. Unterdessen überprüft das Land seine Verfahren, um künftig solche Fälle zu verhindern.






