Maria Kalesnikawa frei: Ein Hoffnungsschimmer für die Demokratie in Belarus
Meinolf BarkholzMaria Kalesnikawa frei: Ein Hoffnungsschimmer für die Demokratie in Belarus
Internationaler Karlspreis würdigt erneut den Kampf um Demokratie in Belarus
Der Internationale Karlspreis zu Aachen, eine der angesehendsten Auszeichnungen Europas, hat erneut die Auseinandersetzung um Demokratie in Belarus in den Fokus gerückt. 2022 wurden die Oppositionspolitikerinnen Swjatlana Zichanouskaja, Maria Kalesnikawa und Veronika Zepkalo für ihren Einsatz gegen das autoritäre Regime geehrt. Nun, nach Jahren in Haft, ist Kalesnikawa endlich freigelassen worden und lebt in Deutschland.
2020 wurde Maria Kalesnikawa zu einer Schlüsselfigur der prodemokratischen Bewegung in Belarus. Im September desselben Jahres wurde sie in Minsk festgenommen und 2021 zu elf Jahren Haft verurteilt. Trotz internationaler Verurteilung hielt das Regime unter Alexander Lukaschenko sie über fünf Jahre lang gefangen.
Der seit 1950 verliehene Internationale Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich für die europäische Einheit und Werte einsetzen. 2022 ging die Auszeichnung an Kalesnikawa, Zichanouskaja und Zepkalo für ihren Widerstand gegen Lukaschenkos Regierung – zu einer Zeit, in der die Repression in Belarus ungebrochen anhielt.
Kalesnikawas überraschende Freilassung im Dezember 2025 erfolgte nach US-geführten Verhandlungen unter der Regierung von Donald Trump. Gemeinsam mit 123 weiteren politischen Gefangenen wurde sie entlassen – ein seltener Kurswechsel in Lukaschenkos harter Linie. Nach ihrer Ankunft in Deutschland wurde sie in Aachen empfangen, der Stadt, in der der Karlspreis verliehen wird.
Kalesnikawas Anwesenheit in Aachen unterstreicht die Botschaft des Preises: Solidarität mit denen, die für Freiheit kämpfen. Ihre Freilassung nach Jahren der Haft gibt der demokratischen Bewegung in Belarus einen Hoffnungsschimmer. Gleichzeitig zeigt das Ereignis, wie groß die Herausforderungen für Oppositionelle bleiben, die weiterhin Repressionen ausgesetzt sind.