12 March 2026, 04:53

Neue Studie enthüllt systematischen Täterschutz im Erzbistum Paderborn

Ein Buch mit Bildern und Text, das die Geschichte der katholischen Kirche dokumentiert, einschließlich Abbildungen ihrer Räume, Korridore und erhaltener Artefakte.

Studie klärt sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Neue Studie enthüllt systematischen Täterschutz im Erzbistum Paderborn

Eine neue unabhängige Studie hat schwerwiegende Versäumnisse der katholischen Kirche bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen aufgedeckt. Die Forscherinnen fanden heraus, dass zwei hochrangige Kardinäle im Erzbistum Paderborn wiederholt Täter schützten, während sie die Opfer ignorierten. Die Ergebnisse werfen erneut Fragen zur Verantwortung innerhalb der Kirche auf.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht das Erzbistum Paderborn, das große Teile Nordrhein-Westfalens – von Minden bis Siegen und von Herne bis Höxter – umfasst. Dazu gehören auch Teile des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Hessen sowie Bad Pyrmont in Niedersachsen. Das Bistum zählt rund 1,3 Millionen Katholiken. Die Studie analysiert den Zeitraum von 1941 bis 2022 und konzentriert sich dabei auf die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt.

Die Autorinnen Nicole Priesching und Christine Hartigen zeigen in einem vorläufigen Bericht auf, dass beide Kardinäle systematisch Missbrauchstäter deckten und den Opfern kaum Beachtung schenkten. Die Veröffentlichung der vollständigen Studie verzögert sich aufgrund der COVID-19-Pandemie und der Entdeckung eines weitaus größeren Quellenmaterials als erwartet bis 2026.

In einer zweiten Phase der Forschung wird nun die Amtszeit von Hans-Josef Becker untersucht, der das Erzbistum von 2002 bis 2022 leitete. Bisher liegt keine offizielle Stellungnahme der katholischen Kirche in Deutschland zu den Erkenntnissen der Studie vor.

Der Bericht dokumentiert ein Muster des Täterschutzes und der Vernachlässigung von Opfern unter zwei einflussreichen Kardinälen. Da die vollständige Studie erst 2026 erscheinen soll, könnten weitere Details ans Licht kommen. Die Ergebnisse könnten weitreichende Konsequenzen für den Umgang der Kirche mit historischen Missbrauchsfällen haben.

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