10 June 2026, 14:53

NRW führt strenge Öko-Regeln für neue Solarparks ein – doch es gibt Kritik

NRW: Leitlinie für Ausgleichsflächen in Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen trifft auf Kritik

NRW führt strenge Öko-Regeln für neue Solarparks ein – doch es gibt Kritik

Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Solaranlagen veröffentlicht. Darin werden verbindliche Kriterien eingeführt, darunter ein Punktesystem, das verschiedene Bereiche einer Anlage mit Werten von null bis fünf klassifiziert. Ziel des Leitfadens ist es, die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Bundesland zu standardisieren.

Nordrhein-Westfalen plant, seine Solarkapazitäten deutlich auszubauen. Bis 2030 sollen 21 bis 27 Gigawatt erreicht werden, bis 2040 sogar 50 Gigawatt – ein deutlicher Anstieg gegenüber den derzeitigen 13,21 Gigawatt. Um dieses Wachstum ökologisch verträglich zu gestalten, setzt der Leitfaden klare Standards.

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Für eine naturnahe Gestaltung empfiehlt die Behörde Reihenabstände von mindestens fünf Metern. Die Modultische sollten eine Mindesthöhe von 0,8 Metern aufweisen, und auf Fundamente sollte bei der Bauweise verzichtet werden. Unter diesen Bedingungen erhalten die Flächen direkt unter den Modulen in der Regel einen Punkt und sind damit ökologisch mit Schotterwegen vergleichbar.

Teilversiegelte Flächen wie Schotterwege werden ebenfalls mit einem Punkt bewertet. Vollversiegelte Flächen, etwa Zufahrtswege, erhalten null Punkte und erfordern einen vollständigen ökologischen Ausgleich. Die Bewertung der Zwischenräume zwischen den Modulreihen variiert: Hier werden je nach Zielbiotop Abzüge von einem halben bis zu einem ganzen Punkt vorgenommen.

Der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen hat bereits Bedenken geäußert. Er hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage des Punktesystems und kritisiert, dass die Einstufung der Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig ausfalle.

Der Leitfaden bietet eine einheitliche Methode zur Bewertung ökologischer Auswirkungen und Ausgleichsmaßnahmen. Damit sollen in ganz Nordrhein-Westfalen einheitliche Standards für den Bau von Solarparks gelten. Doch aus der Branche gibt es bereits Kritik an Teilen der Bewertungskriterien.

Quelle