Pflegenotstand in Mönchengladbach und Düsseldorf: Wie Städte gegen den Fachkräftemangel kämpfen
Serpil MendePflegenotstand in Mönchengladbach und Düsseldorf: Wie Städte gegen den Fachkräftemangel kämpfen
Mönchengladbach und Düsseldorf stehen vor wachsenden Herausforderungen in der Langzeitpflege
Beide Städte verzeichnen einige der höchsten Anteile pflegebedürftiger Einwohner in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 10 Prozent der Bevölkerung sind in Mönchengladbach und Düsseldorf mittlerweile auf Leistungen der Pflegeversicherung angewiesen – eine Entwicklung, die lokale Einrichtungen und das Personal vor große Belastungen stellt. Pflegeheime und -dienste reagieren mit der Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland und überarbeiten ihre Betreuungskonzepte, um den Bedarf zu decken.
Das Caritas-Pflegeheim in Mönchengladbach-Holt kämpft mit Personalmangel, was zu langen Wartelisten führt und dazu, dass Bewohner gelegentlich bei einfachen Tätigkeiten mithelfen müssen. Um die Situation zu entlasten, hat die Einrichtung kürzlich zwei neue Pflegekräfte aus den Philippinen eingestellt. Auch in Düsseldorf zwingt der Fachkräftemangel Pflegeheime dazu, verstärkt im Ausland nach qualifiziertem Personal zu suchen.
Fast 90 Prozent der Pflegebedürftigen in der Region werden derzeit zu Hause versorgt. Doch Prognosen zufolge wird der Bedarf bis 2050 um ein Drittel steigen. Der hohe Anteil an Pflegefällen in Mönchengladbach führt die Stadt auch auf ihre industrielle Vergangenheit zurück: Die einst blühende Textilbranche prägte eine Arbeiterkultur, die heute in einer überdurchschnittlich alternden Bevölkerung sichtbar wird.
Helmut Wallrafen vom Mönchengladbacher Sozialamt fordert einen Kurswechsel in der Pflegepolitik. Er setzt sich für eine Stärkung der nachbarschaftsbasierten Versorgung ein, eine bessere Vernetzung von professionellen Diensten und Ehrenamtlichen sowie mehr Unterstützung für Angehörige. Sein Ziel: ein System, in dem Fachkräfte und Freiwillige Hand in Hand arbeiten, um eine würdevollere Betreuung für alle zu gewährleisten.
Angesichts des stark wachsenden Bedarfs an Langzeitpflege suchen beide Städte nach neuen Lösungen. Die Anwerbung von Personal aus dem Ausland und der Ausbau gemeindenaher Versorgungsstrukturen gehören zu den Maßnahmen, die nun eingeführt werden. Die Reformen sollen nicht nur die aktuellen Engpässe lindern, sondern auch die Weichen für die Zukunft stellen – in einer Gesellschaft, die immer älter wird.






