Podcaster Ben Berndt weigert sich, Höcke-Interview zu ändern – Droht jetzt ein Rechtsstreit?
Meinolf BarkholzPodcaster Ben Berndt weigert sich, Höcke-Interview zu ändern – Droht jetzt ein Rechtsstreit?
Die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen hat den Podcaster Ben Berndt angewiesen, ein Interview mit dem Politiker Björn Höcke nachträglich zu bearbeiten. Die Folge aus Berndts Podcast ungeskriptet wurde seit ihrer Veröffentlichung Ende April bereits über sechs Millionen Mal gestreamt.
Die Rechtsabteilung der Behörde schickte ein Schreiben an Berndts Firma, die ungeskriptet media GmbH, und forderte bis zum 30. Juni Änderungen ein. Kritisiert wurde, dass Berndt Höckes Darstellung seiner Verurteilungen wegen der Verwendung des Slogans „Alles für Deutschland“ weder einordnete noch korrigierte. Seit 2020 haben die Landesmedienanstalten in Nordrhein-Westfalen 38 solche Hinweise erteilt und ihre Aufsicht damit auch auf bestimmte Online-Inhalte ausgeweitet.
Berndt hatte die Folge bereits einmal nach einem Hinweis der früheren AfD-Co-Vorsitzenden Frauke Petry auf eine sachliche Ungenauigkeit hin überarbeitet. Diesmal jedoch verweigerte er die geforderten Änderungen. Auf X erklärte er: „Der Staat will mich zensieren. Da habt ihr den Falschen erwischt.“ Zudem kündigte er an, keine Korrekturen vorzunehmen, da Nachgeben andere Podcaster zur Selbstzensur veranlassen könnte. Die Behörde wies den Zensurvorwurf zurück und bezeichnete ihr Vorgehen als das „mildeste verfügbare Mittel“.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Forderung nach nachträglichen Bearbeitungen des Höcke-Interviews. Berndts Weigerung könnte zu einer juristischen Auseinandersetzung führen. Während die Medienanstalt auf ihrer Position beharrt, zeigt sich der Podcaster entschlossen, sich nicht einzuschüchtern.
