Rechtsextreme sagen Heiligabend-Demo in Münster nach Protesten ab
Rechtsextremisten haben eine geplante Demonstration in Münster am Heiligabend abgesagt. Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit anhaltenden Streitigkeiten um das Grab eines verurteilten Neonazis in Dortmund. Aktivisten gegen rechtsextreme Bewegungen begrüßten den Rückzug als Zeichen dafür, dass ihre Proteste Wirkung zeigen.
Die abgesagte Kundgebung war von Anhängern Siegfried „SS-Siggi“ Borchardts organisiert worden, eines Neonazis, dessen Grab zu einem Zankapfel geworden ist. Die Dortmunder Stadtverwaltung hatte zuvor eine namentlich gekennzeichnete Grabstätte für Borchardt abgelehnt, aus Sorge, sie könnte sich zu einem Wallfahrtsort für rechtsextreme Gruppen entwickeln.
Das Oberverwaltungsgericht in Münster war in diesem Jahr wiederholt Schauplatz von Protesten. Neonazis und Rechtsextremisten aus Dortmund versammelten sich dort 2023 dreimal – jedes Mal trafen sie auf Gegenproteste.
Carsten Peters, Sprecher des antifaschistischen Bündnisses „Kein Meter den Nazis“, erklärte, die Absage der Heiligabend-Veranstaltung belege, dass ihr Widerstand Erfolge zeige. Trotz der Absage bleibt die eigene Gegenkundgebung des Bündnisses für denselben Termin angemeldet.
Der Rückzug der rechtsextremen Demonstration folgt auf monatelange juristische und öffentliche Auseinandersetzungen. Die Entscheidung Dortmunds, ein gekennzeichnetes Grab für Borchardt zu verweigern, bleibt bestehen, während Aktivisten weiterhin rechtsextreme Aktivitäten beobachten. Die Situation spiegelt die anhaltenden Spannungen um die Verehrung von Neonazis in Deutschland wider.
