Salzburger Festspiele: Warum Direktorin Bergmann an umstrittenem Dirigenten Currentzis festhält
Serpil MendeSalzburger Festspiele: Warum Direktorin Bergmann an umstrittenem Dirigenten Currentzis festhält
Salzburger Festspiele in neuer Kontroverse: Direktorin Karin Bergmann verteidigt russischen Dirigenten Teodor Currentzis
Die Salzburger Festspiele stehen erneut in der Kritik, nachdem ihre Direktorin Karin Bergmann die Berufung des russischen Dirigenten Teodor Currentzis verteidigt hat. Vor allem in Deutschland und Frankreich gibt es Vorbehalte wegen seiner Verbindungen zu Unternehmen, die mit dem Krieg in der Ukraine in Verbindung gebracht werden. Bergmann versucht unterdessen, das Erbe des Festivals mit dessen zukünftiger Ausrichtung in Einklang zu bringen.
Bergmann übernahm die Leitung, nachdem die Fehler ihres Vorgängers die Festspiele in eine Führungskrise gestürzt hatten. Nun ringt sie darum, die Vergangenheit des Festivals mit seiner nächsten Phase zu versöhnen. Doch Kritiker werfen ihr vor, zu sehr an alten Bündnissen festzuhalten – insbesondere in ihrer Unterstützung für Currentzis.
Der Dirigent, der die russische Staatsbürgerschaft besitzt, unterhält Beziehungen zu Unternehmen wie Gazprom und VTB, die wegen ihrer Rolle im Konflikt unter Beobachtung stehen. Auch sein Ensemble MusicAeterna geriet in die Schusslinie, nachdem Mitglieder deutsche Politik attackiert und Journalisten mit Nazis verglichen hatten. Trotzdem hält Bergmann an ihm fest und bezeichnet ihn als den "Hinterhäuser-Dirigenten".
Die Gründungsurkunde der Festspiele betont die kulturelle und moralische Verantwortung der Kunst. Doch Skeptiker fragen, ob Currentzis' Mitwirkung diesen Prinzipien gerecht wird. Bereits für September sind Anhörungen für Bergmanns Nachfolgerin oder Nachfolger angesetzt – ein Zeichen, dass sich ein Wandel abzeichnet.
Bergmanns Verteidigung von Currentzis hat eine Debatte über die Werte und die Führung der Festspiele ausgelöst. Die anstehenden Anhörungen werden zeigen, wer künftig die Geschicke lenkt. Vorerst bleibt die Spannung zwischen Tradition und Verantwortung ungelöst.






