Solingens Innenstadt zwischen Leerstand und Hoffnung auf Neuanfang
Meinolf BarkholzSolingens Innenstadt zwischen Leerstand und Hoffnung auf Neuanfang
Solingens Innenstadt kämpft mit Leerstand, geringem Angebot und fehlenden Gastronomie- und Begegnungsstätten. Der Niedergang vollzieht sich seit Jahren schleichend, aber stetig. Wirtschaftliche Not hat das Viertel in eine prekäre Lage gebracht.
Lokale Entscheidungsträger haben versucht, mit Projekten wie der Glasernen Werkstatt neue Impulse zu setzen. Doch ein umfassendes Gesamtkonzept, das die strukturellen Probleme angeht, fehlt bisher. Viele Ursachen – etwa die Abwanderung wichtiger Dienstleistungen in größere Städte oder der Boom des Online-Handels – liegen außerhalb Solingens Einflussbereich.
Walsken plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz, der den gesamten Innenstadtring einbezieht und Stadtplanung, soziale Bedürfnisse, Kultur, Klima, Verkehr sowie Gemeinschaftsförderung berücksichtigt. Auch Gebiete wie die Mangenberger Straße, die Friedrichstraße, der Graf-Wilhelm-Platz und das Werwolf-Viertel müssten in die Planung einbezogen werden.
Konkrete Maßnahmen schlägt er vor, um die Erneuerung anzustoßen: eine stärkere Vernetzung der Glasernen Werkstatt mit lokalen Start-ups, mehr Studentenwohnungen, ein dezentrales Gesundheitswesen und Beratungsangebote zur Digitalisierung. Walsken ist überzeugt, dass attraktive Rahmenbedingungen für eine moderne, mobile und gut bezahlte Belegschaft den Abwärtstrend umkehren könnten. Als positive Signale nennt er den Ausbau der Kinderbetreuung und verbesserte Regionalbahn-Anbindungen.
Zur Finanzierung dieser Vorhaben fordert Walsken mehr Spielraum für städtische Investitionen und Partnerschaften mit privaten Investoren, um moderne, energieeffiziente Lösungen zu entwickeln. Zwar räumt er ein, dass ein Masterplan Jahre bis zur Umsetzung braucht – doch der Startschuss müsse jetzt fallen, um die Grundlagen für künftiges Wachstum zu legen.
Solingens Innenstadt steht vor großen Herausforderungen, doch es gibt Überlegungen, wie man ihnen begegnen kann. Ein ganzheitliches Konzept, kombiniert mit finanzieller und investiver Unterstützung, könnte einen Weg nach vorne weisen. Im Mittelpunkt steht die Schaffung eines lebendigen, nachhaltigen urbanen Raums – für Bewohner wie Unternehmen.
