Syrischer Gesundheitsminister besucht Solingen für medizinische Zusammenarbeit
Meinolf BarkholzSyrischer Gesundheitsminister besucht Solingen für medizinische Zusammenarbeit
Syriens Gesundheitsminister, Musaab Nazzal al-Ali, besuchte am Donnerstag das Städtische Klinikum Solingen. Der Besuch markiert einen Schritt zur Stärkung der medizinischen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Al-Ali hatte sich einst fünf Jahre lang in Solingen zum Neurochirurgen ausbilden lassen, bevor er 2011 nach Syrien zurückkehrte.
Al-Ali übernahm im März 2025 das Amt des syrischen Gesundheitsministers – eine Position in einem Land, das sich noch immer von Jahren des Konflikts erholt. Während des Krieges wurden zahlreiche Krankenhäuser und medizinische Zentren zerstört, sodass es an lebenswichtiger Ausrüstung und qualifiziertem Personal mangelt. Über 6,8 Millionen Syrer sind ins Ausland geflohen, darunter viele Ärzte und Fachkräfte.
Der Minister fördert nun zeitlich begrenzte Einsätze syrischer Ärzte, die im Ausland tätig sind. Allein im vergangenen Jahr führten syrische Mediziner im Ausland 10.800 Operationen durch. Während seines Besuchs sprach al-Ali über mögliche Kooperationen, etwa Austauschprogramme für junge Fachärzte.
Zudem äußerte er die Hoffnung auf eine engere Zusammenarbeit mit dem Städtischen Klinikum Solingen in Zukunft. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Wege zur Verbesserung der medizinischen Ausbildung und der Gesundheitsversorgung in Syrien.
Der Besuch unterstreicht die laufenden Bemühungen zum Wiederaufbau des syrischen Gesundheitssystems. Da viele Fachkräfte noch immer im Ausland sind, könnten Partnerschaften mit ausländischen Krankenhäusern helfen, Wissens- und Ressourcenlücken zu schließen. Al-Alis eigene Verbindung zu Solingen verleiht der möglichen Zusammenarbeit eine persönliche Note.
