Thyssenkrupp baut Wasserstoff-Hochöfen für klimaneutrale Stahlproduktion in Duisburg
Joseph HölzenbecherThyssenkrupp baut Wasserstoff-Hochöfen für klimaneutrale Stahlproduktion in Duisburg
Thyssenkrupp ersetzt die Hochöfen am Standort Duisburg durch ein neues Direktreduktionswerk auf Wasserstoffbasis. Die Anlage wird mit der Midrex-Flex-Technologie im großen Stil kohlenstoffarmes Eisenschwamm-Brikett (HBI) produzieren. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen – ein wichtiger Schritt in Deutschlands Bestrebungen, die Stahlproduktion klimafreundlicher zu gestalten.
Die Anlage für direktreduziertes Eisen (DRI) ist auf eine Jahresproduktion von 2,5 Millionen Tonnen HBI ausgelegt. Zudem werden zwei nachgeschaltete Schmelzaggregate den Weiterverarbeitungsprozess übernehmen. Das Gelände umfasst eine Fläche von fast 40 Fußballfeldern, auf der über 60 Bauwerke und Anlagen entstehen sollen. Die Erdarbeiten begannen Mitte 2024.
In der Anfangsphase wird die Anlage mit einem Mix aus Erdgas und Wasserstoff betrieben. Ab 2028 soll schrittweise Wasserstoff eingesetzt werden, bis 2029 der vollständige Umstieg erfolgt. Bei Volllast wird die Anlage jährlich rund 143.000 Tonnen Wasserstoff benötigen. Durch diese Umstellung könnten die CO₂-Emissionen um bis zu 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr sinken – das entspricht etwa einem Fünftel der aktuellen Gesamtemissionen der deutschen Stahlindustrie.
Das Projekt wird mit zwei Milliarden Euro vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Derzeit verursacht die Stahlbranche etwa 30 Prozent der industriellen Treibhausgasemissionen Deutschlands.
Sobald die Anlage voll in Betrieb ist, wird sie die Emissionen der Stahlproduktion deutlich verringern. Der Wechsel zu wasserstoffbasierten Verfahren gilt als Schlüsselschritt zur Dekarbonisierung der Branche. Die neue Anlage bringt Deutschland seinen Klimazielen näher – ohne die Stahlproduktion zu reduzieren.
