"Typisch Emil": Wie ein Postangestellter zur Schweizer Kabarett-Legende wurde
Meinolf Barkholz"Typisch Emil": Wie ein Postangestellter zur Schweizer Kabarett-Legende wurde
Ein neuer Dokumentarfilm zeichnet das Leben von Emil Steinberger nach, des Schweizer Satirikers, dessen scharfer Witz und Kabarettauftritte das Publikum jahrzehntelang begeisterten. Unter dem Titel "Typisch Emil – Loslassen und neu anfangen" erzählt der Film von seinem unwahrscheinlichen Aufstieg vom Postangestellten zur Bühnenlegende. Bekannt für seinen furchtlosen Humor, hinterließ Steinberger auch in der DDR Spuren – obwohl ihn sein Schweizer Dialekt anfangs verunsicherte.
Anfangs zweifelte Steinberger, ob das deutsche Publikum seinen Schweizer Akzent annehmen würde. Doch nach einer herzlichen Aufnahme wurde er im ehemaligen Ostdeutschland zur Kultfigur. Seine Kabarettprogramme zogen große Menschenmassen an, doch einmal sagte er eine Tournee ab, als er erfuhr, dass die Tickets nur für Funktionäre und nicht für die allgemeine Öffentlichkeit reserviert waren.
Der Film beleuchtet auch sein angespanntes Verhältnis zu seinen Eltern, die seinen Berufswechsel vom Postbeamten zum Künstler nur schwer akzeptieren konnten. Trotz anfänglicher Skepsis blühte Steinberger auf, indem er Veränderungen annahm und aktiv blieb. Seine Frau Niccel – selbst Künstlerin – war stets eine Quelle der Energie und Inspiration für ihn.
Mit 85 Jahren glaubt Steinberger noch immer an Neuerfindung. Sein langes Schaffen führt er auf Neugier und die Weigerung zurück, sich zur Ruhe zu setzen. Der Film fängt seine Lebensphilosophie ein: Die reichsten Momente entstehen, wenn man Risiken eingeht und sich engagiert.
Der Dokumentarfilm bietet einen intimen Einblick in Steinbergers Weg – von bescheidenen Anfängen bis zum Komödie-Ikone. Seine Geschichte zeigt, wie Durchhaltevermögen und Anpassungsfähigkeit eine Karriere prägten, die Grenzen und Generationen überspannte. Der Film ist nun verfügbar und lädt ein, sein bleibendes Erbe zu entdecken.






