10 June 2026, 16:38

Über 350 Filmschaffende wehren sich gegen Boykott des israelischen Regisseurs Nadav Lapid

Natalie Portman, Justine Triet und Jacques Audiard verteidigen den israelischen Regisseur Nadav Lapid: 'Der kulturelle Boykott ist ein intellektuelles Versagen'

Über 350 Filmschaffende wehren sich gegen Boykott des israelischen Regisseurs Nadav Lapid

Über 350 Filmschaffende unterzeichnen offenen Brief gegen kulturellen Boykott des israelischen Regisseurs Nadav Lapid

Die Kontroverse begann, als Lapid als Jurymitglied zum internationalen Filmfestival FID Marseille eingeladen wurde. Seine geplante Teilnahme löste Forderungen nach seinem Ausschluss aus und entfachte eine breitere Debatte über künstlerische Freiheit und politischen Druck.

Festivalleiterin Tsveta Dobreva hatte Lapid zunächst aus Respekt vor seinem Werk eingeladen. Später sah sie sich mit Aufrufen konfrontiert, die Einladung zurückzuziehen – ein Zeichen für den wachsenden Druck auf Kultureinrichtungen. In der Folge zogen rund zehn Filmemacher ihre Beiträge vom Festival zurück, was Lapid schließlich zum vollständigen Rückzug zwang.

Ein zweiter Meinungsbeitrag mit dem Titel „Kino ist keine Botschaft“ stellte die Logik des Boykotts infrage. Unterzeichnet von Persönlichkeiten wie Natalie Portman, Justine Triet und Jacques Audiard, argumentiert der Brief, dass Ausgrenzung keine Lösung sei. Stattdessen schlagen die Unterzeichnenden vor, der Dialog mit Lapid sei ein wirksamerer Weg, politischen Druck auszuüben.

Lapid, ein scharfer Kritiker der Regierung unter Benjamin Netanyahu, lebt seit 2021 in selbstgewähltem Exil in Frankreich. Sein jüngster Film „Yes“ wurde von „Variety“ als schonungslose Abrechnung mit dem israelischen Nationalismus beschrieben. Er warnt davor, dass solche Boykotte eine einschüchternde Wirkung auf Kultureinrichtungen entfalten und den offenen Diskurs ersticken könnten.

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Der offene Brief betont, dass Lapids Rückzug vom Festival als Warnsignal dienen sollte. Er ruft zu einer Mobilisierung gegen das auf, was er als „Fehlentwicklung in der Kulturwelt“ bezeichnet. Die Unterzeichnenden sind überzeugt, dass Ausgrenzung genau jene Prinzipien der freien Meinungsäußerung untergräbt, die der Boykott vorgibt zu verteidigen.

Quelle