Vodafone kämpft um Kunden und Umsätze nach Ende des Nebenkostenprivilegs
Joseph HölzenbecherDie Dinge sehen bei Vodafone besser aus - Vodafone kämpft um Kunden und Umsätze nach Ende des Nebenkostenprivilegs
Vodafone Deutschland hat ein turbulenes Jahr hinter sich: Nach dem Ende eines langjährigen regulatorischen Vorteils verlor das Unternehmen Millionen Kunden. Der Konzern, der einst vom sogenannten Nebenkostenprivileg profitierte, verzeichnet nun deutliche Umsatzrückgänge und eine schrumpfende Kundschaft. Trotz dieser Rückschläge betont Vorstandschef Marcel de Groot, dass die aktuelle Strategie zu nachhaltigem Wachstum führen werde.
Jahrzehntelang hatte Vodafone vom deutschen Nebenkostenprivileg profitiert, das Mieter automatisch zu Kunden machte. Dieser Vorteil entfiel in den letzten Jahren – mit der Folge eines massiven Kundenexodus. Seitdem stagniert die Zahl der Mobilfunkverträge, während die Festnetz-Internet-Nutzer weiter abnehmen. Bis Mitte 2025 war die Gesamtkundenzahl auf etwa neun Millionen gesunken.
Die Umsatzeinbußen sind gravierend: In mehreren Quartalen 2024 und Anfang 2025 lagen die Rückgänge bei über sechs Prozent. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres sank das bereinigte Ergebnis (EBITDAaL) um 4,3 Prozent auf 2,19 Milliarden Euro. Im Sommerquartal gab es jedoch einen leichten Aufschwung: Die Service-Umsätze stiegen um 0,5 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro.
Vodafone bleibt mit einem Marktanteil von rund 38 Prozent der zweitgrößte Mobilfunkanbieter Deutschlands – hinter der Deutschen Telekom, aber vor O2 Telefónica und 1&1. Ein erheblicher Teil der 11 Millionen Mobilfunkkunden von 1&1 nutzt weiterhin das Vodafone-Netz, was dem Unternehmen stabile Einnahmen sichert. Zudem gewann Vodafone im letzten Quartal 62.000 TV-Abonnenten hinzu, ein seltener Lichtblick in einer ansonsten schwierigen Phase.
Im Breitbandbereich versorgt Vodafone über zehn Millionen Kunden und verbindet mehr als elf Millionen Haushalte über sein Glasfasernetz, einschließlich Partnerschaften. Die Telekom führt zwar mit 12,6 Millionen Haushalten, doch Vodafones Ausbau in diesem Segment schreitet rasant voran. Der Jahresumsatz liegt bei rund 13 Milliarden Euro, gestützt durch Festnetz-, Mobilfunk- und TV-Dienste.
Trotz anhaltender finanzieller Herausforderungen bieten Mieteinnahmen von 1&1 und leichte Zuwächse bei TV-Abonnements etwas Entlastung. Die Zukunft des Unternehmens hängt davon ab, die Kundschaft zu stabilisieren und die Umsatzrückgänge umzukehren. Zwar bleibt Vodafones Marktposition stark – doch die Erholung wird davon abhängen, wie gut es dem Konzern gelingt, sich an die neue Zeit ohne regulatorische Privilegien anzupassen.






