27 March 2026, 14:39

Warum immer mehr Menschen der Demokratie misstrauen – und wer davon profitiert

Eine Gruppe von Menschen h├Ąlt ein Transparent mit der Aufschrift "├ľffnet die Grenzen, rettet Leben, bek├Ąmpft Faschismus" vor einem Geb├Ąude mit Glasfenstern und einer Stange, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Stra├če.

Warum immer mehr Menschen der Demokratie misstrauen – und wer davon profitiert

Warum das Misstrauen gegenüber der Demokratie wächst: Eine neue Studie des Soziologen Aladin El-Mafaalani

In seinem neuen Buch untersucht der Soziologe Aladin El-Mafaalani, warum das Vertrauen in die Demokratie schwindet. Seine Forschung zeigt, wie sich Menschen von staatlichen Institutionen abwenden und stattdessen enge digitale Gemeinschaften bilden. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" unterstützen zunehmend Parteien wie die rechtspopulistische AfD in Deutschland, die sich offen gegen die liberale Demokratie stellen.

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El-Mafaalanis Analyse, veröffentlicht unter dem Titel "Gemeinschaften des Misstrauens", verfolgt, wie sich Skepsis gegenüber Regierung und Medien in digitalen Räumen verbreitet. Wer das Vertrauen in traditionelle Systeme verliert, findet über Online-Plattformen zusammen und verstärkt so gemeinsame Beschwerden und Ressentiments. Dieser Mechanismus erklärt mit, warum Figuren wie Donald Trump an Einfluss gewinnen und die AfD in Deutschland kontinuierlich wächst.

Die AfD entstand 2013 als EU-kritische Partei, änderte jedoch nach der Flüchtlingskrise 2015 ihren Kurs. Bis 2017 hatte sie ihre Wählerbasis erweitert – trotz des Austritts von etwa einem Fünftel ihrer damals 21.000 Mitglieder. Die Unterstützung stieg weiter, angetrieben durch Ablehnung von Migration, EU-Politik und später den Corona-Maßnahmen. Bei der Bundestagswahl 2025 verdoppelte die Partei ihr Ergebnis von 2021, mit Alice Weidel als Kanzlerkandidatin.

Laut El-Mafaalani würde selbst der Nachweis von Inkompetenz der AfD ihre Anhänger nicht zurück in das Vertrauen in die Demokratie führen. Stattdessen bleiben die Wähler der Partei treu, weil diese ihr Misstrauen in politische Handlungsmacht umwandelt. Das Buch legt zudem nahe, dass Populisten gezielt das Vertrauen in Institutionen untergraben – und es der Demokratie so erschweren, sich zu erholen.

El-Mafaalanis Erkenntnisse verdeutlichen eine anhaltende Herausforderung für liberale Demokratien: Digitale Netzwerke ermöglichen es, Misstrauen zu verbreiten und zu verfestigen, während Parteien wie die AfD aus Skepsis dauerhafte politische Unterstützung schmieden. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit neuer Strategien, um das Vertrauen in demokratische Systeme wiederherzustellen.

Quelle