Wie ein Ring und eine Frau ein vergessene Hotel in der Provence retteten
Gaby WernerWie ein Ring und eine Frau ein vergessene Hotel in der Provence retteten
Ein historisches Hotel in Cotignac, Frankreich, hat nach über zwei Jahrzehnten des Leerstands wieder seine Türen geöffnet.Lou Calen, einst ein beliebtes Restaurant und Gästehaus, wurde 2015 von einem kanadischen Unternehmer wiederbelebt. Seine Geschichte beginnt mit einem zehnjährigen Mädchen, einem Ring eines amerikanischen Soldaten und einem Leben voller unerwarteter Verbindungen.
Im Jahr 1944, am Tag der Befreiung von Cotignac, erhielt die junge Huguette von einem US-Soldaten einen Ring. Jahrzehnte später sollte sie ihn in Palm Springs aufspüren, wo sie inzwischen ein Restaurant führte. Doch ihr Weg begann viel früher – 1972, als sie ein heruntergekommenes Haus neben ihrem Elternhaus kaufte.
Das Anwesen verfügte anfangs weder über Strom noch über warmes Wasser. Doch Huguette verwandelte es in Lou Calen, ein bezauberndes Hotel und Restaurant. Noch vor ihrer Zeit hatten Nonnen das Gebäude genutzt, um Waisenkinder unterzubringen. Unter ihrer Führung wurde es zu einem Anziehungspunkt für Prominente wie David Bowie und Mitglieder von Pink Floyd.
Nach der Schließung des Hotels 1999 stand das Haus über 20 Jahre lang leer. Bis der kanadische Unternehmer Graham Porter das Anwesen 2015 erwarb. Er restaurierte es, fügte ein Kunstzentrum, eine Bar, ein Restaurant und moderne Gästezimmer hinzu. Das wiedereröffnete Lou Calen zieht heute Besucher aus aller Welt an – mit der größten Gruppe aus den USA.
Heute blüht Lou Calen als kulturelles und kulinarisches Ziel. Huguette, mittlerweile in ihren 90ern, bleibt mit dem Erbe des Hauses verbunden, insbesondere durch ihr Kochbuch mit traditionellen Rezepte der Provence. Die Wiedergeburt des Hotels hat einem ortsgeschichtsträchtigen Haus neues Leben eingehaucht – alles dank eines Rings, eines Soldaten und des unerschütterlichen Willens einer Frau.






