Willich plant höhere Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen Geschwisterrabatt-Kürzungen
Meinolf BarkholzWillich plant höhere Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen Geschwisterrabatt-Kürzungen
Die Stadt Willich steht unter finanziellem Druck und sucht nach Möglichkeiten, die Ausgaben zu senken. Ein Vorschlag sieht vor, die Art und Weise zu ändern, wie Eltern für die Kinderbetreuung zahlen – darunter Anpassungen bei Geschwisterrabatten und Gebührenerhöhungen. Die Pläne haben bereits heftige Reaktionen bei Bürgern und lokalen Gruppen ausgelöst.
Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Verwaltung beauftragt, die elterlichen Eigenanteile zu überprüfen und bis zum 28. April Änderungsvorschläge vorzulegen. Ziel ist es, durch die Kürzung von Geschwisterermäßigungen 500.000 Euro einzunehmen und weitere 100.000 Euro, indem dynamische Gebührenanpassungen auf drei Prozent gedeckelt werden.
Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass es in der Diskussion um Anpassungen – nicht um die Abschaffung – der Geschwisterrabatte gehe. Zudem wies er darauf hin, dass etwaige Vorschläge der Verwaltung noch von den gewählten Vertretern beraten und beschlossen werden müssten.
Die Reaktionen auf die Pläne fallen gemischt aus. Die Anratherin Marlene Mendes kritisierte die Vorhaben scharf und bezeichnete die Gebührenerhöhungen und den möglichen Wegfall von Geschwisterermäßigungen als ungerecht. Unterdessen sprach sich der Jugend- und Elternbeirat (JAEB) sowohl gegen Geschwistergebühren als auch gegen höhere Anpassungen aus.
SPD-Sprecher Dietmar Winkels argumentierte, der Haushalt dürfe nicht auf dem Rücken der Eltern saniert werden. Er warnte, die Änderungen könnten Familien, die ohnehin schon mit hohen Kosten kämpften, zusätzlich belasten.
In Nachbarstädten wie Nettetal und Kempen wird bereits für alle Betreuungsangebote eine 50-prozentige Geschwistergebühr erhoben. Die Debatte um die Finanzierung der Kinderbetreuung in Willich zieht sich bisher ohne klare Fortschritte hin.
Mit den geplanten Anpassungen der Betreuungsgebühren will die Stadt den finanziellen Druck verringern. Falls die Änderungen beschlossen werden, könnten so zusätzliche Einnahmen in Höhe von 600.000 Euro generiert werden. Doch der Widerstand von Eltern und lokalen Gruppen deutet darauf hin, dass die Diskussion noch lange nicht beendet ist.






