14 March 2026, 18:36

Willichs Kita-Umbau stößt auf Kritik: Eltern im Norden fühlen sich vernachlässigt

Ein teilweise abgerissener Bau mit verstreuten Holzplanken und Trümmern, mit zerbrochenen Fenstern und Türen.

Willichs Kita-Umbau stößt auf Kritik: Eltern im Norden fühlen sich vernachlässigt

Willich gestaltet seine Kinderbetreuungsangebote um, da sich die Nachfrage in der Stadt verschiebt. Bis 2029 rechnen die Verantwortlichen aufgrund sinkender Geburtenraten mit einem Überschuss von 440 Plätzen. Doch Familien in den nördlichen Stadtteilen müssen derzeit mit langen Wartezeiten kämpfen – viele fühlen sich von den Veränderungen abgehängt.

Zwischen 2018 und 2025 verzeichneten die nördlichen Teile Willichs – darunter Ortsteile wie Anrath und Neersen – ein Bevölkerungswachstum und höhere Geburtenraten als die südlichen Bezirke. Dadurch stieg der Bedarf an Betreuungsplätzen um 15 bis 20 Prozent, was zu Wartezeiten von bis zu sechs Monaten führte. Eltern in der Region kritisieren das mangelnde Angebot vor Ort und bemängeln, dass die Situation die Attraktivität der Gegend für junge Familien mindert.

Die Stadt hat nun die Pläne für einen Neubau der Kita Alperhof verworfen. Stattdessen wird das bestehende Gebäude abgerissen, und die Einrichtung zieht in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um. Der neue Standort, eine Viergruppen-Kita, liegt neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus vom alten Standort entfernt.

Weitere Änderungen umfassen die Schließung der Kita St. Irmgardis bis zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027. Das Gebäude wird anschließend an die Villa Kunterbunt verpachtet, die dort erweiterte Angebote wie Ganztagsbetreuung und Mittagsverpflegung in den modernisierten Räumlichkeiten anbieten wird. Gleichzeitig endet das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK zum 31. Juli 2026.

Finanzielle Zwänge und nachlassende Nachfrage haben die Stadt zudem veranlasst, die freiwillige Förderung für das von der AWO betriebene Blaue Haus in Schiefbahn bis zum 31. Juli 2027 zu verlängern. Über eine mögliche Schließung soll anschließend beraten werden. Zwei geplante städtische Neubauten für Kitas wurden aufgrund von Haushaltsengpässen und rückläufigen Kinderzahlen gestrichen.

Die Anpassungen führen zwar in einigen Stadtteilen zu mehr Kapazitäten, in anderen jedoch zu weniger Optionen. Während der Norden Willichs weiterhin unter Druck steht, müssen sich die südlichen Bezirke auf freie Plätze einstellen. Die weiteren Schritte der Stadt hängen von der Entwicklung der Geburtenraten und den finanziellen Weichenstellungen der kommenden Jahre ab.

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