Wohnungsbau in Willich: Moltkedorf-Projekt spaltet Anwohner und Stadtplaner
Serpil MendeWohnungsbau in Willich: Moltkedorf-Projekt spaltet Anwohner und Stadtplaner
In Willich verschärft sich die Wohnungsnot, und die Stadtplaner haben ein 2,9 Hektar großes Gelände namens Moltkedorf für ein großes Wohnprojekt ins Visier genommen. Der erste Entwurf sieht 200 neue Wohnungen vor, doch der Plan stößt bereits auf massiven Widerstand der Anwohner. Über 1.200 Menschen haben bereits Bedenken geäußert und argumentieren, dass das Vorhaben die Infrastruktur überlasten und Grünflächen zerstören könnte.
Das städtische Konzept für das Moltkedorf sieht eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäusern vor, die in einer Hofanlage mit gemeinsamen Grünflächen angeordnet werden sollen. Der Zugang würde über die Moltkestraße erfolgen, wobei ein Einbahnstraßen-Ringsystem genutzt werden soll. Zudem sind Tiefgaragen, Einzelgaragen und oberirdische Stellplätze geplant. Rad- und Fußwege sollen die Krusestraße mit An Liffersmühle verbinden, und die bestehende Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände soll bis Ende des Jahres geschlossen werden.
Die Anwohner haben jedoch zahlreiche Einwände erhoben. Viele kritisieren das Ausmaß des Projekts, insbesondere die viergeschossigen Gebäude, die über die angrenzenden Kleingartenanlagen ragen würden. In einer gemeinsamen Stellungnahme, die bereits von über 70 Unterstützern unterzeichnet wurde und weiter wächst, warnen sie vor Verkehrsstaus, überlasteter Infrastruktur und dem Verlust von Grünflächen, die zur Temperaturregulierung, Regenwasserspeicherung und als Lebensraum für Tiere beitragen. Eine Petition aus dem Jahr 2025 hatte die Stadt bereits gedrängt, einen Grünstreifen entlang der Moltkestraße 31–35 zu schützen – ein Anliegen, das nun im Bebauungsplanverfahren berücksichtigt werden soll.
Die Stadträte Gregor Nachtwey und Lena Flecken haben die Sorgen der Bürger anerkannt und weitere öffentliche Anhörungen zugesagt. Sie betonten, dass die Planung noch in einem frühen Stadium sei und Anpassungen möglich wären. Doch die Anwohner fordern inzwischen eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung, strengere Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung und Garantien für den Erhalt des landwirtschaftlichen Charakters des Gebiets – Themen, die in früheren Einwänden weniger im Fokus standen.
Das Moltkedorf-Projekt bleibt umstritten: Die Stadt steht vor der Herausforderung, den dringenden Wohnungsbedarf mit den ökologischen und infrastrukturellen Bedenken der Anwohner in Einklang zu bringen. Die Verantwortlichen haben zugesagt, das Feedback zu prüfen, doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Das Ergebnis wird zeigen, ob das Vorhaben wie geplant umgesetzt oder deutlich überarbeitet wird.






