250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Joseph Hölzenbecher250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Ein Bündnis aus 250 prominenten deutschen Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Zu ihren Forderungen gehören strengere Gesetze gegen den Missbrauch von Deepfakes, die Einführung eines eigenen Straftatbestands für Femizide sowie schnellere Maßnahmen gegen digitale Gewalt. Der Zusammenschluss vereint bekannte Namen aus Politik, Unterhaltung und Aktivismus.
Unterdessen hat die Bundesregierung eigene Schritte angekündigt: Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) bereitet einen Gesetzentwurf für das Frühjahr 2026 vor, der bildbasierte sexualisierte Gewalt – einschließlich KI-generierter Deepfakes – bekämpfen soll.
Die Frauenkoalition, zu der SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner und Schauspielerin Veronica Ferres gehören, drängt auf dringende Rechtsreformen. Sie fordern, nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes unter Strafe zu stellen und "Nudify"-Apps zu verbieten, die mithilfe von KI Menschen auf Fotos digital entkleiden. Ihr Plan sieht zudem ein Zustimmungsmodell nach dem Prinzip "Nur Ja heißt Ja" in Sexualstrafrecht vor.
Die Gruppe verlangt darüber hinaus ein Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt, das die schnelle Löschung schädlicher Inhalte und die Identifizierung von Tätern sicherstellen soll. Dies deckt sich mit den Plänen der Regierung, die rechtliche Lücken bei der Bestrafung von Cyberkriminalität schließen will. Eine EU-Richtlinie von 2024 verpflichtet Deutschland bis 2027, die Verbreitung von Nacktaufnahmen unter Strafe zu stellen. Zudem sieht der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD bereits Maßnahmen gegen den Missbrauch von Deepfakes vor.
Ein zentraler Vorschlag des Bündnisses ist die Aufnahme von Femizid als eigenständigen Straftatbestand ins deutsche Strafgesetzbuch. Damit würde die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts als separates Verbrechen gewertet – eine Forderung, die Aktivistinnen seit Langem erheben, um geschlechtsspezifische Gewalt stärker rechtlich anzuerkennen.
Der Zehn-Punkte-Plan der Frauen erhöht den Druck auf die Regierung, schneller zu handeln. Justizministerin Hubigs Gesetzentwurf, der 2026 erwartet wird, zielt zwar auf bildbasierte sexualisierte Gewalt ab, doch das Bündnis fordert umfassendere Reformen. Würden diese Änderungen umgesetzt, wären sie ein bedeutender Wandel in der Art und Weise, wie Deutschland mit digitalem Missbrauch, Einvernehmlichkeit und geschlechtsspezifischen Tötungen umgeht.






