Apotheker fordert radikale Entlastung: "Diese Bürokratie ist überflüssig!"
Meinolf BarkholzApotheker fordert radikale Entlastung: "Diese Bürokratie ist überflüssig!"
David Kudlek, Inhaber der Klingelholl-Apotheke in Wuppertal, fordert grundlegende Reformen, um die Arbeitsbelastung in Apotheken zu verringern. Seine Vorschläge zielen auf langjährige Vorschriften ab, die seiner Meinung nach unnötigen Aufwand verursachen, ohne erkennbaren Nutzen zu bringen. Dazu gehören der Verzicht auf Identitätsprüfungen bei Rohstoffen sowie die Reduzierung von Dokumentationspflichten für Tierarzneimittel.
Als ersten Schritt schlägt Kudlek vor, die Pflicht zur Identitätskontrolle bei der Verarbeitung von Rohstoffen in der Rezeptur abzuschaffen. Sein Argument: Allein diese Maßnahme würde Apotheken erhebliche Zeit und Mühe ersparen. Darüber hinaus plädiert er dafür, auch andere kleinere Verpflichtungen zu überprüfen, die im Alltag zu einer spürbaren Mehrbelastung führen.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Verzicht auf Dokumentationspflichten bei Tierarzneimitteln. Kudlek betont, dass dadurch wertvolle Arbeitszeit gewonnen würde, die stattdessen in die Patientenversorgung fließen könnte. Zudem regt er an, Wirkstoffe oder Zubereitungen ohne zusätzliche Prüfung zu verwenden, sofern sie mit einem gültigen Analysezertifikat geliefert werden – wobei Kontrollen in Fällen ohne Zertifikat weiterhin gelten sollen.
Mit einem provokanteren Vorstoß hinterfragt Kudlek die Notwendigkeit der Temperaturaufzeichnung in Apotheken. Er verweist darauf, dass Versandapotheken ohne diese Auflage auskommen, und stellt die Sinnhaftigkeit sowie die Wettbewerbsgleichheit infrage. Langfristig strebt er an, Kosten zu senken, Platz für Geräte einzusparen und sogar die Umwelt zu entlasten, indem chemische Abfälle reduziert werden.
Kudleks Vorschläge zielen darauf ab, den Apothekenbetrieb durch den Abbau veralteter oder überflüssiger Regularien effizienter zu gestalten. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, könnten sie zu weniger Bürokratie, geringeren Ausgaben und einer verbesserten Ökobilanz führen. Nun liegt es an den Aufsichtsbehörden und Branchenverbänden, die Anregungen zu prüfen.






