20 April 2026, 01:06

Wie die Dresdner Obergraben-Presse die Underground-Kunst revolutionierte

Schwarz-weiß-Illustration einer alten Buchseite mit einer großen Aula in Berlin, Deutschland, aus dem Jahr 1912, mit begleitendem Text und Layout-Details.

Wie die Dresdner Obergraben-Presse die Underground-Kunst revolutionierte

In den 1970er-Jahren entwickelte sich Dresden zu einem Zentrum für experimentelle Kunst und Druckgrafik. Eine Gruppe von Künstlern und Druckern schloss sich zusammen, um einen Ort für kühne Ideen zu schaffen. Ihre Zusammenarbeit führte zur Gründung der Dresdner Obergraben-Presse – eine Kombination aus Werkstatt, Verlag und Galerie.

Den Anfang machte Peter Herrmann, der eine seltene italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908 besaß. Bernhard Theilmann restaurierte die Maschine und verlieh ihr neues Leben. Zur gleichen Zeit suchte der Drucker Jochen Lorenz nach kreativeren Aufgaben jenseits seiner Routinearbeiten, etwa dem Druck von Fahrplänen für die Deutsche Reichsbahn.

Bis 1976 gehörten Eberhard Göschel und Herrmann bereits zur Arbeitsgruppe des Leonhardi-Museums. Zwei Jahre später bezog Göschel ein größeres Atelier, wodurch eine Dreizimmerwohnung für künstlerische Experimente frei wurde. Dieser Raum avancierte zum Versuchsfeld für neue Techniken.

Unterdessen entwickelte der Künstler A.R. Penck seine Theorie Vom Untergrund zum Obergrund. Zudem hatte er 1971 die Künstlergruppe Lücke mitgegründet, die sich jedoch bis 1976 wieder auflöste. Diese Verbindungen prägten die Vision der Obergraben-Presse, die 1978 offiziell als Kollektiv für Druck, Verlagswesen und Ausstellungen an den Start ging.

Die Dresdner Obergraben-Presse vereinte Drucker, Künstler und Theoretiker unter einem Dach. Mit ihrem gemeinsamen Know-how verwandelten sie eine alte Presse und eine leere Wohnung in eine kreative Schaltzentrale. Die Initiative hinterließ nachhaltige Spuren in der Dresdner Underground-Kunstszene.

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