Berlins Kult-Fischbude droht nach 32 Jahren das Aus – kann sie gerettet werden?
Gaby WernerBerlins Kult-Fischbude droht nach 32 Jahren das Aus – kann sie gerettet werden?
Ergüns Fischbude: Berlins legendäres türkisches Fischrestaurant droht nach 32 Jahren die Schließung
Die beliebte türkische Fischkneipe Ergüns Fischbude in Berlin steht vor dem Aus – nach 32 Jahren muss das traditionsreiche Lokal möglicherweise schließen. Die Deutsche Bahn hat sich geweigert, den Mietvertrag zu verlängern, und wirft damit die Zukunft des kultigen Restaurants in die Ungewissheit. Nun läuft eine Spendenaktion, um den Betrieb zu retten und ein Stück Berliner Stadtgeschichte zu bewahren.
Das Restaurant eröffnete 1992 in einem Gewölbe unter den S-Bahn-Bögen im Westen Berlins. Mit frischem Fisch und lockerer Atmosphäre entwickelte es sich über drei Jahrzehnte zu einer festen Institution im Kiez. Aktuell hat es von Dienstag bis Samstag zwischen 16 und 21 Uhr geöffnet, sonntags und montags bis 22 Uhr.
Der Streit um den Mietvertrag begann, nachdem eine Begehung angeblich Mängel beim Brandschutz aufgedeckt hatte. Geschäftsführerin Mine Centinbas vermutet, dass diese Befunde eine Rolle bei der Entscheidung der Deutschen Bahn spielten, den Vertrag nicht zu verlängern. Die Betreiber wehren sich seit Monaten gegen die Kündigung und prüften bereits 2023 eine mögliche Verlegung des Standorts – für den Fall, dass sie wechseln müssten.
Die Deutsche Bahn steht seit Jahren in der Kritik, weil sie in Berlin gezielt Gewerbemieten kündigt. Vor allem kleine Betriebe in den Vierteln Bahnhofsviertel und Gleisbeutel berichten von ähnlichen Konflikten zwischen 2022 und 2025. Als staatliches Unternehmen verfügt die Bahn über erhebliche juristische Ressourcen und setzt sich in Streitfällen oft durch – Mieter haben kaum eine Chance. Ein konkretes Schließungsdatum steht zwar noch nicht fest, doch Unterstützer mobilisieren nun, um die Fischbude zu retten. Unklar ist jedoch, ob die gesammelten Mittel für einen Umzug oder den Erhalt des aktuellen Standorts reichen werden.
Die Kampagne zielt darauf ab, nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein Stück Berliner Kulturgeschichte zu erhalten. Ohne Vertragsverlängerung hängt das Überleben des Lokals von öffentlicher Unterstützung und alternativen Lösungen ab. Bis dahin serviert Ergüns Fischbude weiter seinen Stammgästen – während im Hintergrund der Kampf um seine Zukunft tobt.






