BP verkauft Raffinerie in Gelsenkirchen und setzt auf radikale Umstrukturierung
Serpil MendeBP verkauft Raffinerie in Gelsenkirchen und setzt auf radikale Umstrukturierung
BP hat weitreichende Veränderungen bekannt gegeben, während das Unternehmen seine Umstrukturierungspläne in einem volatilen Ölmarkt beschleunigt. Die Aktie des Konzerns ist in diesem Jahr um über 27 Prozent gestiegen und schloss am Freitag bei 6,45 Euro. Zu den jüngsten Schritten gehören der Verkauf einer Raffinerie in Deutschland und eine Aussperrung in einem wichtigen US-Werk.
BP verkauft seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Die Transaktion betrifft einen Standort mit 1.800 Mitarbeitenden und einer jährlichen Kapazität von 12 Millionen Tonnen; durch den Deal könnten bis zu 1,7 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten abgebaut werden. Unterdessen wurden rund 800 Gewerkschaftsmitglieder in BPs Whiting-Raffinerie im Bundesstaat Indiana ausgesperrt, nachdem die Tarifverhandlungen gescheitert waren.
Das Unternehmen treibt Desinvestitionen in Höhe von 20 Milliarden Dollar bis 2027 voran und hat bereits über 11 Milliarden Dollar erzielt. Zudem wurde das Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar bis 2027 angehoben – etwa 30 Prozent der Ausgaben von 2023. Diese Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund eines Brent-Ölpreises von rund 112 Dollar pro Fass, der durch Blockaden in der Straße von Hormus getrieben wird.
Die im frühen Jahr 2025 angekündigte Restrukturierung von BP hat das Vertrauen der Anleger gestärkt. Die Marktkapitalisierung des Konzerns stieg um 18 Prozent auf 105 Milliarden Dollar und übertrifft damit Konkurrenten wie ExxonMobil und Shell. Analysten der HSBC stuften BP von "Reduzieren" auf "Halten" hoch und hoben das Kursziel auf 45,30 Dollar an – als entscheidenden Faktor nannten sie den Raffinerieverkauf.
Zudem hat die US-Regierung die Lieferkettenbelastungen gelindert, indem sie eine 60-tägige Ausnahmeregelung für den Jones Act erließ.
Mit den jüngsten Schritten zielt BP darauf ab, seine Geschäftsabläufe zu straffen und die Schulden zu reduzieren. Die Aktienperformance spiegelt wachsenden Optimismus wider, während die Desinvestitionen und Kostensenkungen mit einem breiten Wandel in der Energiewirtschaft einhergehen. Regulatorische Herausforderungen für Mitbewerber könnten BP in den kommenden Jahren zusätzlich stärken.






