19 March 2026, 18:32

Junge Deutsche verlieren das Vertrauen in die Demokratie – warum die Kluft wächst

Plakat zur deutschen Revolution von 1910, das eine Gruppe von Menschen und eine Krone zeigt und eventuelle Details enthält.

Zufriedenheit mit Demokratie in NRW bei Jugendlichen sinkt - Junge Deutsche verlieren das Vertrauen in die Demokratie – warum die Kluft wächst

Junge Menschen in Deutschland zeigen sich zunehmend unzufrieden mit der Funktionsweise der Demokratie in der Praxis. Aktuelle Studien verzeichnen einen deutlichen Vertrauensverlust bei den Unter-30-Jährigen, angetrieben von Sorgen über politische Spaltung, untätigen Klimaschutz und wirtschaftliche Instabilität. Während ältere Generationen demokratische Systeme weiterhin unterstützen, klafft bei jüngeren Bürgern die Lücke zwischen Ideal und Realität immer weiter auseinander.

Ein Bericht der Landeszentrale für politische Bildung zeigt, dass die Demokratie in Deutschland zwar stabil bleibt, aber unter Druck gerät. In Nordrhein-Westfalen ist die Zufriedenheit bei 14- bis 18-Jährigen innerhalb nur eines Jahres von 77 auf 47 Prozent eingebrochen. Ähnlich verzeichnet die Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen eine Zufriedenheitsquote von nur noch 51 Prozent – ein Rückgang um 14 Punkte. Selbst bei den 30- bis 44-Jährigen sank die Zustimmung um 8 Punkte auf 43 Prozent.

Die Ergebnisse offenbaren tiefgreifendere Bedenken: Das Vertrauen in zentrale Institutionen – Politik, Wissenschaft, Strafverfolgungsbehörden und Regierung – hat vor allem bei jüngeren Menschen nachgelassen. Viele fühlen sich zudem von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. Während 47 Prozent der Befragten die Idee einer starken Einzelpartei befürworten, die das Volk vertritt, gingen 15 Prozent noch weiter und äußerten, eine Diktatur könne mitunter die bessere Alternative sein.

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Expert:innen warnen vor langfristigen Risiken, die aus persönlichen Ängsten, wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Zukunftssorgen resultieren. Junge Deutsche schätzen zwar nach wie vor demokratische Werte, sind aber frustriert von deren Umsetzung. Ältere Generationen hingegen stehen weiterhin stabil hinter dem System.

Die Daten verdeutlichen eine wachsende Kluft zwischen den Altersgruppen in der deutschen Demokratielandschaft. Zwar glauben junge Bürger:innen weiterhin an demokratische Prinzipien, doch ihr Vertrauen in die Funktionsfähigkeit schwindet. Werden ihre Anliegen nicht ernst genommen, könnte die langfristige Stabilität des öffentlichen Vertrauens weiter ins Wanken geraten.

Quelle