29 March 2026, 20:34

Kartoffelkrise 2024: Bauern kämpfen mit Rekordernte und Preiseinbruch trotz wachsender Anbauflächen

Preisliste für Norddeutschland angebaute reine Körnerbrandkartoffeln von A.G. Aldridge Sons, datiert auf den 1. Februar 1942.

Top Potato Harvest - But Consumers See Little Benefit - Kartoffelkrise 2024: Bauern kämpfen mit Rekordernte und Preiseinbruch trotz wachsender Anbauflächen

Deutschlands Kartoffelbranche steht 2024 vor widersprüchlichen Entwicklungen: Während Landwirte ihre Anbauflächen ausgeweitet und größere Erntemengen eingefahren haben, sind die Erzeugerpreise dramatisch eingebrochen. Die Schere zwischen dem, was Bauern erhalten, und den Supermarktpreisen bleibt eklatant – die Branche gerät zunehmend unter Druck.

Die für den Kartoffelanbau genutzte Fläche in Deutschland wuchs im vergangenen Jahr um fast 7 % und überschritt damit 300.000 Hektar. Auch die diesjährige Ernte stieg um über 5 %, was das Angebot weiter erhöhte. Doch trotz gestiegener Produktion kämpfen die Erzeuger mit geringen Erlösen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Landwirte in Norddeutschland erhalten derzeit kaum mehr als 10 Euro für 100 Kilogramm Kartoffeln. In den letzten fünf Jahren sind die Erzeuger- und Großhandelspreise stark gesunken. Im Januar 2026 lagen die Preise um 49,8 % niedriger als im Vorjahresmonat, an den Terminmärkten fiel der Kurs auf 2,30 Euro pro 100 Kilogramm. Bayerische Bauern erhielten für dieselbe Menge im März 2026 etwa 11 bis 12 Euro.

Kartoffeln werden für spezifische Verwendungszwecke angebaut – ob als Speise-, Verarbeitungs-, Stärke- oder Pflanzkartoffeln. Die Liefermengen bestimmter Sorten werden oft ein Jahr im Voraus vertraglich festgelegt, was Anpassungen schwierig macht, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt. Nicht verkaufte Bestände werden zu Biogas verarbeitet, als Tierfutter genutzt oder – wenn auch selten – gar nicht geerntet. Letzteres wird jedoch vermieden, da es die Ausbreitung von Krankheiten begünstigen kann.

Auch Deutschlands führende Position auf dem weltweiten Markt für Tiefkühlpommes ist bedroht. Neue Konkurrenten wie China und Indien bauen ihre Marktanteile aus und verschärfen so die Herausforderungen für heimische Produzenten. Gleichzeitig liegen die Verbraucherpreise im Supermarkt oft bei über 1,50 Euro pro Kilogramm – ein Vielfaches dessen, was die Landwirte erhalten.

Die Überproduktion hat die Erzeugerpreise gedrückt, obwohl Anbauflächen und Erntemengen steigen. Angesichts des wachsenden globalen Wettbewerbs müssen deutsche Kartoffelbauern mit sinkenden Einnahmen und sich wandelnden Marktanforderungen zurechtkommen. Die Kluft zwischen Erzeuger- und Einzelhandelspreisen unterstreicht die anhaltenden Belastungen für den Sektor.

Quelle