Renault revolutioniert seine Batterie-Lieferkette mit Kreislaufwirtschaft und 360-Grad-Modell
Serpil MendeRenault revolutioniert seine Batterie-Lieferkette mit Kreislaufwirtschaft und 360-Grad-Modell
Renault hat seine Batterie-Lieferkette grundlegend umgestaltet, um Batterien nicht länger als Wegwerfprodukte, sondern als wertvolle Vermögenswerte zu behandeln. Im Mittelpunkt des Unternehmens steht ein 360-Grad-Modell, bei dem jeder Partner gleichzeitig Lieferant und Kunde ist. Mit dieser Strategie will Renault Stillstandszeiten von Fahrzeugen verkürzen und die komplexen Vorschriften zur Batteriehandhabung bewältigen.
Seit der Einführung des Batterie-Lieferkettenplans im Jahr 2021 hat Renault stetige Fortschritte gemacht. Das Unternehmen betreibt mittlerweile sechs Gigafactories in Europa, darunter eine in Douai, Frankreich, die seit 2024 jährlich 50 GWh produziert. Langfristige Verträge mit Vulcan Energy und Recyco sichern die Lithiumversorgung für 20 Jahre, während Partnerschaften mit Verkor und ACC gewährleisten, dass 90 Prozent der Batterierohstoffe aus Europa stammen.
Das System basiert auf einem Batterie-Wechselservice, um Fahrzeuge in Bewegung zu halten. Renault strebt an, dass kein Auto länger als 15 bis 20 Tage stillsteht, um Verzögerungen zu minimieren. Dennoch bleiben Herausforderungen – insbesondere bei der Echtzeit-Datenerfassung, da die verschiedenen Partner unterschiedliche Systeme nutzen. Batterien, die bis zu 30 Prozent des Fahrzeugwerts ausmachen können, unterliegen zudem strengen und uneinheitlichen Regelungen: Selbst innerhalb Deutschlands variieren die Vorschriften je nach Bundesland.
Die Kreislaufwirtschaft spielt eine zentrale Rolle bei der Lösung von Lagerproblemen. Statt Batterien als Abfall zu betrachten, setzt Renaults Modell auf Wiederverwendung und Umnutzung, was Kosten senkt und die Effizienz steigert. Das Unternehmen hat bereits zehn vollelektrische Modelle auf den Markt gebracht, darunter den Renault 5 E-Tech, als Teil seiner Vision für 2026.
Renaults Strategie verwandelt Batterien von kurzlebigen Bauteilen in langfristige Vermögenswerte. Das 360-Grad-Modell reduziert Abfall, beschleunigt die Fahrzeugumlaufzeiten und sichert die Rohstoffversorgung. Bis 2026 erwartet das Unternehmen, dass dieser Ansatz die Art und Weise, wie Elektroauto-Batterien in Europa verwaltet werden, neu definieren wird.






