02 April 2026, 14:27

Thüringen kämpft mit Workshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Karte von Australien, die den Prozentsatz von Jugendlichen unter 18 Jahren je Bundesstaat in rot hervorhebt, mit einer Bildunterschrift unten, die besagt: "Jugendliche unter 18 Jahren können wegen einvernehmlichen Sex auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden".

Thüringen kämpft mit Workshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen: Tausende Schüler lernen über digitale sexualisierte Gewalt

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Ein dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen hat Workshops zum Thema digitale sexualisierte Gewalt an Tausende Schüler gebracht. Yasmina Ramdani leitete die Veranstaltungen und erreichte rund 5.000 junge Menschen in der gesamten Region. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Studien zeigen, dass fast die Hälfte aller jungen Deutschen im Internet mit sexueller Belästigung oder Missbrauch konfrontiert ist.

Finanziert wurde das Projekt vom Thüringer Landesbeauftragten für den Kinderschutz. Ziel war es, in kurzer Zeit so viele Schulen wie möglich zu besuchen – die meisten erhielten einen einzigen Workshop. Thematisiert wurden unter anderem Cybergrooming, bei dem Täter Kinder in Chats gezielt ansprechen, um sie später zu missbrauchen, sowie Grenzverletzungen in Freundesgruppen oder Klassenchats.

Obwohl Lehrkräfte die Bedeutung der Auseinandersetzung mit digitaler sexualisierter Gewalt erkennen, fühlen sich viele unsicher im Umgang damit. Die Workshops sollten diese Lücke schließen, indem sie den Schülern praktisches Wissen vermittelten. Das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit fand heraus, dass 46 Prozent der jungen Menschen solche Gewalt im Netz erleben – ein deutlicher Hinweis auf den dringenden Bildungsbedarf.

Wie viele Schulen bundesweit seit Ende des Pilotprojekts ähnliche Programme eingeführt haben, ist nicht bekannt. Doch die Reichweite der Initiative in Thüringen deutet auf ein wachsendes Problembewusstsein hin.

Die Workshops boten direkte Unterstützung für Schüler, die von digitaler Gewalt bedroht sind. Angesichts der Tatsache, dass fast jeder zweite junge Mensch betroffen ist, bleibt der Bedarf an Prävention hoch. Schulen stehen nun vor der Herausforderung, solche Aufklärungsarbeit ohne gezielte Förderung oder Schulungen fortzuführen.

Quelle