Warum abgelehnte Asylbewerber Deutschland freiwillig verlassen – und was der Staat ihnen bietet
Meinolf BarkholzWarum abgelehnte Asylbewerber Deutschland freiwillig verlassen – und was der Staat ihnen bietet
Immer mehr abgelehnte Asylbewerber in Deutschland entscheiden sich für eine freiwillige Ausreise, statt eine Abschiebung abzuwarten. Eine Familie aus Aserbaidschan kehrte kürzlich mit finanzieller Unterstützung in ihre Heimat zurück, während eine türkische Familie plant, noch vor der Entscheidung über ihren Antrag zu gehen. Die Behörden setzen nun sowohl auf mehr Abschiebungen als auch auf bessere Unterstützung für diejenigen, die aus eigener Initiative das Land verlassen.
Mahammad Zeynalov, ein Asylbewerber aus Aserbaidschan, beschloss nach der Ablehnung seines Antrages, in seine Heimat zurückzukehren. Seine Familie erhielt 6.000 Euro als finanzielle Starthilfe für den Neuanfang. Zeynalov ist überzeugt, dass dies die richtige Entscheidung für sie war.
Unterdessen hat die Familie Demir aus der Türkei beschlossen, Deutschland zu verlassen, noch bevor über ihren Asylantrag entschieden wird. Durch die freiwillige Ausreise umgehen sie das Risiko einer zwangsweisen Abschiebung.
Die Kosten für Abschiebungen bleiben hoch: Allein ein Bundes-Charterflug nach Pakistan schlägt mit über 400.000 Euro zu Buche. Um die Ausgaben zu senken und den Prozess zu erleichtern, fördert Ministerin Josefine Paul 24,5 neue Beratungsstellen. Diese sollen abgelehnten Asylbewerbern helfen, ihre freiwillige Rückreise zu organisieren.
In Hamm hat ein lokales Projekt in den vergangenen drei Jahren bereits 753 Menschen bei der freiwilligen Ausreise unterstützt. Die Landesregierung wirbt weiterhin für diesen Weg als bevorzugte Alternative zur Abschiebung.
Ein ausführlicher Bericht zu dem Thema wird am kommenden Sonntag, dem 12. Oktober 2025, um 19:30 Uhr in der Sendung Westpol ausgestrahlt.
Freiwillige Rückkehren entwickeln sich zu einem zentralen Ansatz der deutschen Behörden im Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern. Mit finanziellen Anreizen und einem ausgebauten Beratungsangebot könnten weitere Familien dem Beispiel Zeynalovs folgen. Angesichts der hohen Kosten von Abschiebungen ist dieser Weg für die Regierung nicht nur praktikabel, sondern auch kostengünstiger.






