Watzke will BVB-Präsident werden – trotz Kontroversen und interner Konflikte
Serpil MendeWatzke vor der Wahl: "Dinge, die mich belastet haben" - Watzke will BVB-Präsident werden – trotz Kontroversen und interner Konflikte
Hans-Joachim Watzke, der langjährige Vorstandsvorsitzende von Borussia Dortmund, kandidiert nun für das Amt des Clubpräsidenten. Seine Bewerbung folgt auf zwei Jahrzehnte in Führungspositionen und erfolgt in einer Phase anhaltender interner Herausforderungen. Der Wahlprozess hat bereits Veränderungen erlebt: Der amtierende Präsident Reinhold Lunow zog sich im August zurück.
Watzke bezeichnete das Präsidentenamt als einen "lebenslangen Traum" und bleibt entschlossen, die Position zu gewinnen. Seine Kampagne steht jedoch wegen vergangener Entscheidungen in der Kritik, darunter ein umstrittenes Sponsoringabkommen mit Rheinmetall. Er verteidigte die Vereinbarung und betonte, sie sei nicht ohne Absprache getroffen worden. Der Vertrag soll 2026 bei seinem Auslaufen neu geprüft werden.
Ein weiterer Streitpunkt sind Missbrauchsvorwürfe aus den 1990er-Jahren gegen einen ehemaligen BVB-Mitarbeiter. Watzke erklärte, er habe die Angelegenheit damals an den damaligen Präsidenten Reinhard Rauball weitergeleitet und sie nach dessen Zusicherung als erledigt betrachtet. Der Beschuldigte kehrte später zum Verein zurück, war mehrfach Mitglied im Ältestenrat und wurde 2012 schließlich wieder angestellt.
Auch interne Spannungen zwischen Watzke und Lunow wurden öffentlich, obwohl beide inzwischen Gespräche geführt haben, um das Verhältnis zu entkrampfen. Watzke räumte ein, dass die vergangenen sechs Monate für ihn persönlich belastend waren, und nannte interne Konflikte als Hauptgrund. Dennoch bleibt er seiner Kandidatur für die Präsidentschaft verpflichtet.
Lunow, der ursprünglich selbst antreten wollte, zog seine Bewerbung im August zurück und ebnete damit Watzkes Weg. Dessen Kampagne wird weiterhin von zentralen Themen wie dem Rheinmetall-Sponsoring und den Missbrauchsvorwürfen begleitet. Das Wahlergebnis wird über seine nächsten Schritte entscheiden, während der Verein plant, diese Fragen auf der Mitgliederversammlung 2026 aufzuarbeiten. Watzkes Führungserfahrung und seine Vision für den BVB bleiben die tragenden Säulen seiner Kandidatur.






