19 March 2026, 14:45

Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte – wer ist schuld?

Ein detaillierter alter Stadtplan von Deutschland, der die Provinzen Bayern mit ausführlichen Textanmerkungen hervorhebt.

Arztmangel in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte – wer ist schuld?

Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner

Aktuelle Zahlen zeigen, dass im Regierungsbezirk Westfalen-Lippe nur noch 61 Hausärzte auf 100.000 Einwohner kommen – der schlechteste Wert aller regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) steht wegen des eklatanten Mangels massiv in der Kritik, betont jedoch, dass langfristige Lösungen bereits auf den Weg gebracht seien.

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Die Hausarztkrise hat eine politische Debatte ausgelöst. Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, bezeichnete die Zahlen als "vernichtendes Urteil" über Laumanns Amtszeit. Die SPD wirft dem Minister seit Langem vor, zu spät auf die sich verschärfenden Versorgungslücken in der Region reagiert zu haben.

Laumann wies die Vorwürfe zurück und verwies stattdessen auf jahrzehntelanges Nichtstun unter früheren SPD-geführten Landesregierungen. Als wichtigen Schritt nach vorn hob er die 2023 eingeführte Landarztquote in NRW hervor. Das Programm habe bereits 1.100 Medizinstudierende verpflichtet, die sich nach ihrem Abschluss für zehn Jahre als Hausärzte in unterversorgten Gebieten niederlassen werden. Aufgrund der langen Ausbildungsdauer werden die ersten dieser Ärzte jedoch erst 2030 in die Praxis starten.

Ein seit 2009 laufendes Aktionsprogramm hat bereits zur Gründung von über 1.000 neuen Hausarztpraxen in unterversorgten Teilen NRWs beigetragen. Rund 80 Prozent der Fördergelder flossen dabei nach Westfalen-Lippe. Dennoch bleibt die Region beim Hausärzteangebot bundesweit Schlusslicht.

Ein bundesweiter Vergleich offenbart deutliche Unterschiede: Mecklenburg-Vorpommern führt mit 77 Hausärzten pro 100.000 Einwohnern, während Baden-Württemberg mit 64 fast am Ende steht. Brandenburg weist zwar die geringste Ärzte- und Psychotherapeutendichte insgesamt auf, zu Hausärzten liegen jedoch keine separaten Zahlen vor. Hamburg hingegen verzeichnet die höchste Konzentration an medizinischem Personal insgesamt.

Die Landarztquote soll die Engpässe lindern, doch ihre Wirkung wird sich erst mit Verzögerung entfalten. Da die ersten Teilnehmer erst 2030 in den Beruf einsteigen, wird sich die Hausarztlücke in Westfalen-Lippe kurzfristig kaum schließen. Laumann betont, dass die Bewältigung des Problems kontinuierliche Anstrengungen über mehrere Legislaturperioden hinweg erfordere.

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