16 March 2026, 16:39

Berlins Lettering-Museum schließt nach 20 Jahren – was wird aus den Neon-Schätzen?

Ein Ladeneinrichtungsbild mit zahlreichen farbig beleuchteten Neon-Schildern, die von der Decke hängen und ein lebhaftes Display schaffen.

Berlins Lettering-Museum schließt nach 20 Jahren – was wird aus den Neon-Schätzen?

Berlins Lettering-Museum schließt nach zwei Jahrzehnten der Bewahrung der Neon-Geschichte der Stadt

Am Montag wird das Berliner Lettering-Museum nach 20 Jahren seine Türen für immer schließen. Die Entscheidung folgt auf jahrelange finanzielle Kämpfe, die durch sinkende Besucherzahlen und steigende Kosten noch verschärft wurden. Bis Ende des Jahres bleibt die Sammlung jedoch noch an ihrem aktuellen Standort unter dem S-Bahn-Bogen 424 in der Nähe des Bahnhofs Bellevue in Mitte zu sehen.

Die Schließung markiert das Ende einer Ära für ein einzigartiges Stück Berliner Kulturgeschichte. Gegründet und geleitet von Barbara Dechant, stützte sich das Museum auf ein kleines Team aus Ehrenamtlichen und einen Verein mit 120 Mitgliedern. Die Sammlung umfasst rund 3.500 Neonbuchstaben und -schilder, darunter den ikonischen Zierfisch – einst ein leuchtendes Wahrzeichen am märchenhaft anmutenden Hochhaus im Frankfurter Tor in Friedrichshain.

Das originale Zierfisch-Schild entstand Anfang der 1980er-Jahre, eine Replik wurde um 1999 installiert. Nach seinem Abbau fand es im Archiv des Museums seinen Platz, zusammen mit anderen Relikten aus DDR- und deutscher Geschichte. Doch die finanziellen Belastungen – darunter explodierende Energiekosten und ein Besucherrückgang um die Hälfte seit der Pandemie – machten den Erhalt des Standorts unmöglich.

Mit der Schließung suchen Dechant und ihr Team nun nach Lösungen. Dringend benötigen sie Lagerraum für die empfindlichen Neonobjekte und hoffen, eine neue Institution zu finden, die die Sammlung übernehmen könnte. Im Idealfall blieben die Exponate zugänglich – sei es in vollständigen oder teilweisen Ausstellungen –, statt in einem Depot zu verschwinden.

Die Zukunft der 3.500 Neon-Artefakte ist ungewiss. Dechants oberstes Ziel ist es, ein Lager und einen Partner zu finden, um die Sammlung der Öffentlichkeit zu erhalten. Bis Dezember bleiben die Schilder noch in Mitte – eine letzte Gelegenheit, sie zu besichtigen, bevor die Suche nach einem neuen Zuhause beginnt.

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