Daniel Ris verlässt Neue Bühne Senftenberg 2027 trotz künstlerischer Erfolge
Joseph HölzenbecherDaniel Ris verlässt Neue Bühne Senftenberg 2027 trotz künstlerischer Erfolge
Daniel Ris bleibt künstlerischer Leiter der Neuen Bühne Senftenberg nur bis 2027
Daniel Ris, der künstlerische Leiter der Neuen Bühne Senftenberg, erhält nach Ablauf seines Vertrags im Jahr 2027 keine Verlängerung. Diese Entscheidung fällt trotz seiner Erfolge bei der Steigerung des Profils und der Einnahmen des Theaters in den vergangenen drei Jahren. Während Ris sich auf seine vierte Spielzeit vorbereitet, steht gleichzeitig sein erstes Vorstellungsgespräch für eine andere Position an.
Die Stadt Senftenberg und der Landkreis Oberspreewald-Lausitz haben die Stelle nun erneut ausgeschrieben. Als Hauptgründe für den Wechsel nennen sie strukturelle und leistungsbezogene Bedenken.
Ris übernahm 2021 die Leitung der Neuen Bühne Senftenberg und steigert seither die Eigenmittel des Theaters sowie dessen regionale Bekanntheit. Mit einem mutigen, vielfältigen Programm und seiner klaren Haltung gegen rechtsextreme Ideologien bei Veranstaltungen machte er sich einen Namen. Dennoch wird sein Fünfjahresvertrag nicht verlängert.
Offiziell begründen Stadt und Landkreis die Entscheidung mit strukturellen Problemen. Ris habe sich nicht ausreichend in die Kreisverwaltung integriert, die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen sei schwierig gewesen, und er habe als Leiter des Bürgerdienstes von 2021 bis 2025 vereinbarte Leistungsziele nicht erreicht. Zudem werden strukturelle Mängel und finanzielle Fehlsteuerungen vorgeworfen – mit einem geschätzten Schaden von 250.000 Euro unter seiner Führung. Konkrete Vorwürfe wurden jedoch nicht öffentlich gemacht.
Bürgermeister Andreas Pfeiffer betont, dass Ris' künstlerische Fähigkeiten nicht infrage stehen. Stattdessen deutet er auf umfassendere strukturelle Reformen und mögliche Änderungen in der Führungsebene als Gründe für die Entscheidung hin. Ris selbst zeigt sich frustriert, bleibt aber der anstehenden Spielzeit verpflichtet.
Erst Ende September eröffnete das Theater mit einer neuen Produktion in der historischen Niederlausitz-Halle die Spielzeit. Die Inszenierung, die Ris gemeinsam mit Kajetan Skurski leitet, thematisiert die Rolle des Sports in der DDR und der Gegenwart – eine Mischung aus Nostalgie und scharfer Kritik. Das Stück persifliert die militärische Sporterziehung der DDR und spielt subtil auf die Dopingkultur an, ganz im Stil von Ris' provokanten und zum Nachdenken anregenden Arbeiten.
Mit dem Vertragsende 2027 steht Ris nun vor einer ungewissen Zukunft. Stadt und Landkreis haben die Stelle des künstlerischen Leiters bereits neu ausgeschrieben – ein klares Signal für einen Neuanfang. Ob er in Senftenberg bleibt oder sich woanders neu orientiert, wird sich zeigen. Das Theater führt unter seiner Regie zunächst die laufende Spielzeit fort.






