17 March 2026, 00:35

Deutsche Brauereien in der Krise: Warum immer mehr auf alkoholfreie Alternativen setzen

Ein Plakat, das Bier in Amsterdam bewirbt und eine Gruppe von Menschen zeigt, die Gläser und andere Gegenstände halten, sowie Text und ein Logo.

Deutsche Brauereien in der Krise: Warum immer mehr auf alkoholfreie Alternativen setzen

Brauereien in ganz Deutschland kämpfen ums Überleben – Bierabsatz auf historischem Tiefstand

2025 brach der Bierkonsum in Deutschland um sechs Prozent ein – der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung. Besonders betroffen sind kleine Brauereien in Lübbecke und Bielefeld: Einige haben bereits dichtgemacht, andere kämpfen ums Überleben und versuchen sich anzupassen.

Die Krise zwingt die Branche zum Umdenken. Mike Cacic, Gründer der Bielefelder Braumanufaktur, setzt nun auf alkoholfreie Getränke. Seine Brauerei hat das Sortiment um Erfrischungsgetränke und alkoholfreies Bier erweitert – Produkte, die einfacher herzustellen sind und bei den Kunden hoch im Kurs stehen.

Auch die Barre Brauerei reagiert auf den Wandel. Geschäftsführer Christoph Barre warnt vor einer steigenden Insolvenzwelle in der Branche. Um zu überleben, setzt er auf Regionalität und Unabhängigkeit: Merchandising-Artikel und Messen sollen die Einnahmen sichern.

Der Trend zu alkoholfreien Alternativen ist unübersehbar. Seit 2020 ist der Marktanteil von alkoholfreiem Bier von 1,5–2 auf über 5 Prozent gestiegen. Die jährlichen Wachstumsraten liegen bei 20 bis 30 Prozent, mit Spitzenreiter-Städten wie Berlin und München. Auf dem Land hingegen zieht die Nachfrage langsamer an.

Während der Absatz klassischer Biere weiter sinkt, bleibt den Brauereien nur eine Wahl: innovieren oder schließen. Wer in alkoholfreie Produkte investiert, profitiert von einer wachsenden Kundschaft. Der Wandel spiegelt einen größeren gesellschaftlichen Trend wider – vor allem in den urbanen Zentren.

AKTUALISIERUNG

Tieferer Einblick in die Bierkrise Deutschlands: Langfristiger Rückgang wird deutlich

Neue Daten vom Statistischen Bundesamt bestätigen den Rückgang der Bierverkäufe im Jahr 2025 um 6,0% (497,1 Millionen Liter), den schärfsten seit 1993. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

  • Die Gesamtverkäufe sanken auf 7,8 Milliarden Liter, erstmals unter 8 Milliarden.
  • Die Inlandsverkäufe sanken um 5,8% auf 6,4 Milliarden Liter; Exporte/Haustrunk sanken um 7,0%.
  • Seit 2015 hat der Markt um 18,9% (1,8 Milliarden Liter) geschrumpft.
  • Alkoholfreie Biere dominieren das Wachstum, wobei die Einzelhandelsverkäufe im Jahr 2025 mehr als 10% überschritten haben.