22 March 2026, 12:35

Gericht kippt Vuelings Handgepäckregeln – was das für Passagiere bedeutet

Schwarzes und weißes Bild eines Mannes in einem Anzug und einer Frau mit einer Handtasche, die durch einen Flughafen gehen, umgeben von anderen Reisenden.

Gericht kippt Vuelings Handgepäckregeln – was das für Passagiere bedeutet

Ein deutsches Gericht hat die Handgepäckregelung von Vueling nach einer Klage von Verbraucherschutzorganisationen für unzulässig erklärt. Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass die Fluggesellschaft kostenloses Handgepäck nicht länger auf ein einziges kleines Stück mit den Maßen 20 x 30 x 40 Zentimeter beschränken darf. Das Urteil stellt einen Erfolg für Passagiere dar, die bisher für größere Kabinengepäckstücke zusätzliche Gebühren zahlen mussten.

Die Klage war vom Verband der Verbraucherzentralen (vzbv) eingereicht worden, dessen Geschäftsführerin Ramona Popp argumentierte, dass Airlines wie Vueling gegen EU-Recht verstoßen, indem sie nur winzige persönliche Gegenstände ohne Zusatzkosten erlauben. Popp forderte, dass Ticketpreise ein kleines persönliches Gepäckstück sowie einen standardmäßigen Kabinenkoffer mit mindestens 115 Zentimetern Gesamtgröße und bis zu zehn Kilogramm Gewicht einschließen sollten.

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Das Gericht gab ihr recht und stellte fest, dass Handgepäck ein grundlegender Bestandteil des Flugreiseverkehrs sei. Es urteilte, dass keine zusätzlichen Gebühren anfällen dürfen, sofern die Gepäckstücke angemessene Größen- und Gewichtsgrenzen einhalten. Popp kritisierte zudem das Fehlen klarer EU-weiter Vorschriften und bezeichnete die aktuellen Richtlinien als zu vage, was bei Reisenden zu Verwirrung führe.

Der Fall ist Teil eines größeren Streits über die Gepäckbestimmungen von Fluggesellschaften. Ähnliche Klagen gegen EasyJet, Eurowings und Wizz Air sind noch anhängig. Gleichzeitig stocken die Bemühungen um eine Reform der EU-Fluggastrechte. Ein Vorschlag der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2022, der unter anderem vorsah, ein kostenloses Handgepäckstück von bis zu 8 Kilogramm zu standardisieren, stößt auf Widerstand von Billigfluggesellschaften sowie Ländern wie Deutschland und den Niederlanden. Bis Anfang 2026 konnte im Rat keine Einigung erzielt werden, sodass Airlines zwar Flexibilität behalten, Passagiere jedoch mit uneinheitlichen Regelungen konfrontiert sind.

Das Urteil zwingt Vueling nun, seine Handgepäckrichtlinien zu ändern und Passagieren zu ermöglichen, größere Kabinenkoffer ohne zusätzliche Kosten mitzuführen. Gleichzeitig unterstreicht es die anhaltenden Diskussionen über EU-weite Standards, da sich Airlines und Regierungen weiterhin uneins über einheitliche Vorschriften zeigen. Bis umfassendere Reformen umgesetzt sind, müssen Reisende vorerst mit unterschiedlichen Bestimmungen bei verschiedenen Fluggesellschaften rechnen.

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