Ina Scharrenbach entschuldigt sich für umstrittenen Führungsstil in NRW
Gaby WernerIna Scharrenbach entschuldigt sich für umstrittenen Führungsstil in NRW
Ina Scharrenbach, Ministerin in Nordrhein-Westfalen, hat sich öffentlich für ihren Führungsstil entschuldigt. Dieser Schritt erfolgt, nachdem langjährige Bedenken über ihre Art der Amtsführung breiten Raum eingenommen haben. Solche Eingeständnisse von Fehlern sind in der Politik nach wie vor selten – ihre Stellungnahme hebt sich daher deutlich ab.
Scharrenbach hat sich einen Ruf als ehrgeizige, fleißige und äußerst anspruchsvolle Politikerin erworben – sowohl sich selbst als auch ihrem Team gegenüber. Doch ihr Führungsstil wird auch als wenig einfühlsam beschrieben; Berichten zufolge haben zahlreiche Mitarbeiter ihr Ministerium verlassen. In Düsseldorfer Politikerkreisen war dies bereits seit Längerem ein offenes Geheimnis.
Ihr Arbeitsstil gilt als eigenwillig, oft mit dem Eindruck verbunden, sie wisse in jeder Angelegenheit am besten Bescheid. Zwar ist sie für ihren Einsatz bekannt, doch Kritiker werfen ihr vor, damit ein schwieriges Arbeitsklima geschaffen zu haben. Der Spiegel-Bericht über ihre Führungsweise ging jedoch nicht näher darauf ein, wie die hohe Fluktuation konkret die Stimmung oder die interne Kommunikation in der Landesverwaltung beeinträchtigt hat.
Die Folgen der Affäre setzen nun Ministerpräsident Hendrik Wüst unter Druck. Sowohl ein zu schnelles als auch ein zu zögerliches Handeln könnte für ihn politische Risiken bergen. Sein Verhältnis zu Scharrenbach wird als bestenfalls professionell beschrieben – was die Lage zusätzlich verkompliziert.
Scharrenbachs Entschuldigung und ihr Versprechen, sich zu bessern, gelten als das Mindestmaß an erwarteter Reaktion. Der Vorfall unterstreicht, wie ungewöhnlich öffentliche Selbstkritik unter Politikern ist. Wie sich dies auf ihre künftige Rolle auswirkt – und wie Wüst mit der Angelegenheit umgeht – bleibt abzuwarten.






